Projekte aktuell




Literaturprojekt


Pressemeldung, München, 9. März 2016

Petra Morsbach und Hans-Peter Kunisch
sind die Stifter-Stipendiaten 2016
in Oberplan/Horní Planá


Das vom Adalbert Stifter Verein in Zusammenarbeit mit Kulturallmende und dem Adalbert Stifter Zentrum Oberplan ausgeschriebene Stipendium ermöglicht den Autoren, im Frühjahr bzw. Herbst dieses Jahres jeweils einen Monat im Geburtsort Adalbert Stifters in Südböhmen zu wohnen und zu schreiben. Die Autoren wurden bei der Jurysitzung am 5. Februar 2016 unter 49 Bewerbungen ausgewählt.

Petra Morsbach

Petra Morsbach, 1956 in Zürich geboren, Studium und Promotion in München, später Theaterakademie in Leningrad/St. Petersburg, lebt und arbeitet als Schriftstellerin in Starnberg. Nach längeren Jahren als freie Regisseurin an den Theatern Freiburg, Ulm und Bonn, debütierte sie 1995 aufsehenerregend mit dem Roman "Plötzlich ist es Abend", dem seither fünf Romane folgten: "Opernroman" 1998, "Geschichte mit Pferden" 2001, "Gottesdiener" 2004, "Der Cembalospieler" 2008 und "Dichterliebe" 2013. 2008 erschien ihr Essayband "Warum Fräulein Laura freundlich war. Über die Wahrheit des Erzählens". Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt 2013 den Jean-Paul-Preis. 2014 wurde ihr Spielfilm "Der Schneesturm" (56 Minuten) über Adalbert Stifter in München uraufgeführt.

Hans-Peter Kunisch

Hans-Peter Kunisch, 1962 in Visp/Schweiz geboren, studierte in Fribourg/Schweiz und München, wo er promoviert wurde. Er lebt als freier Journalist (Süddeutsche Zeitung, Literaturen, WDR u.a.) und Schriftsteller in Berlin. 2006 erschien sein erster Roman "Die Verlängerung des Marktes in den Abend hinein. Ein Roman in Buden" im Blumenbar Verlag München. Zurzeit arbeitet er an einem zweiteiligen Romanprojekt "Die Verschonten" über das Schicksal der deutsch-russischen Familie seiner Mutter und "Der Deserteur" über das Leben seines sudetendeutschen Vaters.

Das Stifter-Stipendium wird bis zum Jahr 2018 (150. Todestag Stifters) insgesamt acht Mal vergeben, gefördert von der Beauftragten des Bundesregierung für Kultur und Medien und der Bayerischen Staatskanzlei.



Abgeschlossene Projekte



Literaturprojekt



Ausschreibung des Stifter-Stipendiums für 2016
in Oberplan/Horní Planá


Oberplan

Adalbert Stifter

Zwei vierwöchige Aufenthaltsstipendien
für bayerische Autorinnen und Autoren
im Frühjahr und Herbst 2016.

Bewerbungsschluss: 1. Januar 2016

Der Adalbert Stifter Verein vergibt in Zusammenarbeit mit Kulturallmende im Jahr 2016 zwei weitere Aufenthaltsstipendien von jeweils vier Wochen im Geburtsort Adalbert Stifters in Oberplan/Horní Planá, Südböhmen/Tschechien, das erste für Frühjahr 2016 (April/Mai), das zweite für Herbst 2016 (Oktober/November). Zur Verfügung steht ein Appartement, 200 Meter von Stifters Geburtshaus entfernt. Die Stipendiaten haben die Möglichkeit, sich vier Wochen lang von dem Genius Loci inspirieren zu lassen und zu schreiben. Gegenleistung: eine öffentliche Lesung in Südböhmen und ein Beitrag (Erzählung, Gedichte, Tagebuchnotizen) für einen Sammelband, der im Herbst 2018 mit Texten aller Stipendiaten erscheinen soll.

Jeder Stipendiat erhält ein Honorar von 1.000 € sowie Reisekosten und Verpflegungsgeld. Bewerben können sich (gern auch jüngere) Autorinnen und Autoren, die ihren Wohnsitz in Bayern haben oder längere Zeit in Bayern gelebt haben.

Erforderliche Unterlagen: Lebenslauf, Publikationsliste, Arbeitsprobe (4-5 Seiten Prosa, bzw. 4-5 Gedichte) sowie eine Schilderung des Arbeitsvorhabens für das Stipendium.
Einsendung via Post oder Mail bis spätestens 1.1.2016 an

Dr. Peter Becher
Adalbert Stifter Verein
Hochstr. 8
81669 München
becher@stifterverein.de

Die Auswahl erfolgt Ende Januar 2016 durch eine Jury.

Ein Projekt des Adalbert Stifter Vereins in Zusammenarbeit mit Kulturallmende München und dem Adalbert Stifter Zentrum Oberplan.

Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Bayerische Staatskanzlei.


Literaturprojekt



EINE BRÜCKE AUS PAPIER - Міст з паперу

Erstes Deutsch-Ukrainisches Schriftstellertreffen in der Ukraine
Lwiw/ Lemberg 27. – 29. August 2015

Перша Німецько-Українська Зустріч письменників в Україні
27 – 29 серпня 2015 у Львов

ERSTE EINDRÜCKE


Brücke_Erster Tag

Eine Brücke aus Papier, Lwiw August 2015 – Blick in die Runde
Foto: © Taras Gakavchyn


Brücke_Erster Tag

Eine Brücke aus Papier, Lwiw August 2015 – Stadtführung mit Jurko Prochasko in Lemberg
Foto: © Taras Gakavchyn


Brücke_Erster Tag

Eine Brücke aus Papier, Lwiw August 2015 – Fassaden in Lemberg
Foto: © Kulturallmende


Brücke_Lange Lesenacht

Eine Brücke aus Papier, Lwiw August 2015 – Lange Lesenacht im Theater der Jugend Lemberg
Foto: © Taras Gakavchyn


Brücke_Erster Tag

Eine Brücke aus Papier, Lwiw August 2015 – Lange Lesenacht im Theater der Jugend Lemberg
Foto: © Taras Gakavchyn


Brücke_Lange Lesenacht

Eine Brücke aus Papier, Lwiw August 2015 – Lange Lesenacht im Theater der Jugend Lemberg
Foto: © Taras Gakavchyn


EINE BRÜCKE AUS PAPIER - Міст з паперу

Erstes Deutsch-Ukrainisches Schriftstellertreffen in der Ukraine
Lwiw/ Lemberg 27. – 29. August 2015

Перша Німецько-Українська Зустріч письменників в Україні
27 – 29 серпня 2015 у Львов

Ein Projekt von Kulturallmende
Kuratorinnen: Verena Nolte, München und Hanne Kulessa, Frankfurt am Main.

це проект Kulturallmende
Куратори: Верена Нольте (Мюнхен) та Ганне Кулесса (Франкфурт-на-Майні).


Büchermarkt Lwiw

Büchermarkt vor dem Königlichen Arsenal in Lwiw/Lemberg
Foto: © Taras Gakavchyn, Lwiw

PROGRAMM / ПРОГРАМА

Ort: Mediatec Lwiw, vul. Muljars’ka 2 A, 79008 Lwiw
Das Treffen wird simultan gedolmetscht.
Bei Interesse ist Teilnahme an der Veranstaltung gern möglich, bitte lediglich über welcome@kulturallmende.org anmelden.

МІСЦЕ ПРОВЕДЕННЯ:Львівська Медіатека, вул. Мулярська 2А, 79008, м. Львів
Виступи та доповіді усинхронному перекладі Якщо Вас зацікавила наша Зустріч, просимо надіслати свою заявку на адресу ел. пошти: welcome@kulturallmende.org

Donnerstag, 27. August 2015

10.00 – 13.00 Uhr
Treffen aller Teilnehmer
Begrüßung und Einführung: Verena Nolte und Hanne Kulessa
Vorstellung der Autoren
Lesungen (ukrainisch / deutsch)

15.00 Uhr
Einführungsreferat: Karl Schlögel
Das Verhältnis Ukraine – Russland – Deutschland

16.00 Uhr
Impulsreferat zur Geschichte der Ukraine: Yaroslav Hrytsak

Diskussion

18.30 Uhr
Ende

Четвер, 27 серпня 2015

10.00 – 13.00 год.
Зустріч учасників
Привітання та вступне слово: Верена Нольте та Ганне Кулесса
Представлення авторів
Літературні читання (українською/німецькою)

15.00 год.
Вступна доповідь: Карл Шльогель
«Розуміння України – Росії – Німеччини»

16.00 год.
Огляд з історії України: Ярослав Грицак

Дискусія

18.30 год.
Завершення робочої програми

Freitag, 28. August 2015

10.00 - 13.00 Uhr
Führung der Teilnehmer durch Lwiw mit Jurko Prochasko

15.00 Uhr
Juri Andruchowytsch – Vortrag
"Die jüngsten Enthüllungen, oder Karl Marx revisited"

Diskussion

18.00 Uhr Ende

20.30 h
Lange Lesenacht mit allen Autoren des Treffens
Theater der Jugend, vul. Hnatyuka 11, 79008 Lwiw

П’ятниця, 28 серпня 2015

10.00 – 13.00 год.
Екскурсія Львовом для учасників Зустрічі з Юрком Прохасько

15.00 год.
Юрій Андрухович – Доповідь
«Останні викриття, або Карл Маркс revisited»

Дискусія

18.00 год.
Завершення роботи заходу

20.30 год.

Довга ніч авторських читань
Місце проведення: Перший академічний театр для дітей та юнацтва, вул. Гнатюка 11, 79008 Львів

Samstag, 29. August 2015

10.00 – 14.00 Uhr

Exkursionsprogramm in und um Lemberg

16.00 Uhr
Jurko Prochasko:
Exkurs Sprache und Literaturgeschichte der Ukraine. Literarische Übersetzung ins Ukrainische/ ins Deutsche

18.00 Uhr
Resümee des Treffens, Planung weiterer Treffen

19:00 h
Ende

kurzfristige Änderungen sind möglich

Субота, 29 серпня 2015

10.00 – 14.00 год.
Екскурсійна програма у Львові та на його околицях

16.00 год.
Юрко Прохасько:
Екскурс «Мова та історія літератури України. Літературний переклад українською/німецькою»

18.00 год.
Підведення підсумків роботи Зустрічі, планування на майбутнє.

19.00 год.
Завершення роботи заходу



Theater der Jugend Lwiw/Lemberg

Eingang zum Theater der Jugend Lwiw/Lemberg, Ort der Langen Lesenacht -
Перший академічний театр для дітей та юнацтва
Foto: © Kulturallmende

LEITMOTIV

Die Ukraine, das Land, in dem wir mit "Eine Brücke aus Papier" zu Gast sind, ist in jüngster Zeit vor allem mit beunruhigenden politischen Ereignissen in die Wahrnehmung unserer Öffentlichkeit gelangt. Die Literatur des Landes schlägt eigene Wege ein. In der Zeit des Maidan 2013 und 2014 sind die ukrainischen Schriftstellerinnen und Schriftsteller in deutschsprachigen Literatureinrichtungen und auf Festivals aufgetreten und haben auf deren Podien von ihren Erfahrungen und Befürchtungen berichtet. Ihre Bücher liegen hochwertig übersetzt in deutschsprachigen Literaturverlagen vor, übertragen aus dem Ukrainischen und aus dem Russischen, der zweiten Landessprache. Sie spiegeln die vielseitige Literaturszene der Ukraine. Dennoch ist in Deutschland die Kenntnis der ukrainischen Geschichte, Sprache und Kultur kaum verbreitet, diese ist aber die Voraussetzung, um einander zu verstehen. Schriftsteller als literarische Botschafter können hier neue Verknüpfungen schaffen. Deshalb haben wir mit den ukrainischen Autoren dieses Projekt ins Leben gerufen. Deutsche Schriftstellerinnen und Schriftsteller werden eingeladen, die Ukraine zu besuchen, dort ihre Kollegen zu literarischem Austausch, Gesprächen und gemeinsamen Auftritten zu treffen und mit dem ukrainischen Publikum in Dialog zu treten.

ЛЕЙТМОТИ

Україна, яка сьогодні гостинно приймає нас з літературним проектом Міст з паперу, опинилася останнім часом, передусім через тривожні політичні події, в колі уваги нашої спільноти. Література країни прокладає свій непростий власний шлях. Під час Майдану 2013 та 2014 року українські письменники виступали в німецькомовних літературних закладах та на фестивалях, з їхньої сцени вони ділилися власним досвідом та розповідали про своє занепокоєння. Їхні твори німецькомовні видання пропонують своїм читачам в якісному перекладі з української та з поширеної в Україні російської мови. Ці книги відображають багатоманітну літературну сцену України. Однак у Німеччині замало інформації про українську історію, мову та культуру, хоча саме вона створює передумови для взаємного порозуміння. Письменники як посланці літератури могли б стати важливою об'єднуючою складовою. Саме тому разом з українськими авторами ми започаткували цей проект і запросили німецьких письменників відвідати Україну з метою літературного обміну з колегами, для дискусій і спільних виступів та для відкритого діалогу з українською публікою.

Lwiw/Lemberg

Lwiw/Lemberg vom Rathausturm aus gesehen
Foto: © Taras Gakavchyn, Lwiw

Als Ort für die erste Zusammenkunft des Literaturprojekts Eine Brücke aus Papier haben wir uns gemeinsam für Lwiw/Lemberg in der Westukraine entschieden. Lwiw, Lwow, Lemberg, die galizische Hauptstadt, hat eine bewegte Geschichte, in der stets ein wichtiges politisches, religiöses und kulturelles Zentrum war, ein Drehpunkt zwischen West und Ost. Die Stadt gehörte unterschiedlichsten Ländern und Herrschaftsgebieten an. Ihre Bevölkerung setzte sich einst aus vielen Volksgruppen, Armeniern, Polen, Juden, Deutschen, Österreichern und Ukrainern zusammen, die die Stadt prägten und ihr reiches kulturelles Erbe ausmachen. Diese Vielfalt Lwiws wurde in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts dramatisch zerstört, und wir wissen um die deutsche Verantwortung dafür. Seit der Unabhängigkeit der Ukraine 1991 konnte sich Lwiw wieder zu einem kulturellen Zentrum und einer modernen Metropole entwickeln. Ihr früherer Vielvölkerstatus ist in Architektur, religiösen Bauten, Kunst und Literatur immer noch gegenwärtig. Diese Stadt und ihre Umgebung, der viele bedeutende Schriftsteller unterschiedlicher Sprachen entstammen und die eine Literaturstadt in ihrem ursprünglichsten Sinne ist, wird dem ersten ukrainisch-deutschen Schriftstellertreffen der Brücke aus Papier eine ideale Gastgeberin sein. In den kommenden Jahren sollen weitere Treffen in ukrainischen Städten und in Deutschland durchgeführt werden.

Місцем проведення Першої Зустрічі літературного проекту Міст з паперу ми обрали західноукраїнський Львів – столицю Галичини. Це місто має бурхливу історію і завжди було важливим політичним, релігійним та культурним центром на шляху між Сходом та Заходом. За час свого існування місто перебувало у складі різних держав та під владою різних політичних сил. Його населення – вірмени, поляки, євреї, німці, австрійці та українці, формували образ міста та створювали його багату культурну спадщину. Ця багатогранність Львова була драматичним чином знищена у 40-х роках ХХ сторіччя, і ми добре усвідомлюємо відповідальність Німеччини за це. З проголошенням Незалежності України у 1991 році Львову знову вдалося перетворитися на видатний культурний центр та сучасну метрополію. Його колишній статус багатонаціонального міста ще й сьогодні присутній в архітектурі, релігійних спорудах, мистецтві та літературі. Це місто, родом з якого багато визначних письменників, що пишуть різними мовами, і яке, по суті, є містом літератури, стане ідеальним господарем для нашої Першої Німецько-Української Зустрічі письменників Міст з паперу. Проведення наступних Зустрічей планується в майбутньому в інших українських містах та у Німеччині.


Lwiw/Lemberg

Häuser in Lwiw/Lemberg
Foto: © Taras Gakavchyn, Lwiw

Der Titel Eine Brücke aus Papier verdankt sich der Anregung des ukrainischen Schriftstellers Jurko Prochasko, der dieses Zitat von Manès Sperber (1905-1984) für einen seiner jüngsten Texte, „Der Angriff auf Mitteleuropa“, entlehnt hat. Manès Sperber, im westukrainischen Zablotow geboren, erzählt in seinen Erinnerungen Die Wasserträger Gottes von der Brücke aus Papier als einer Legende der Chassidim seines Heimatortes. Schriftsteller errichten mit ihren Büchern und Texten Brücken aus Papier, die sich als haltbarer und belastbarer als jede Eisen- Stein- oder Betonkonstruktion erweisen, weil sie sich ins menschliche und damit kulturelle Gedächtnis einprägen.

За ідею назви Міст з папіру ми вдячні українському письменникові Юркові Прохаську – він запозичив цей вислів у Манеса Шпербера (1905–1984) для одного зі своїх останніх творів «Напад на Середню Європу» (Angriff auf Mitteleuropa). Манес Шпербер, який народився у західноукраїнському Заболотові, розповідає у своїх спогадах «Господні водоноси» (Die Wasserträger Gottes) про Міст з паперу як про легенду хасидизму у своєму рідному містечку. Письменники зводять своїми книгами та текстами Мости з паперу, які виявляються міцнішими та стабільнішими за будь-які залізні, каменні або бетонні, оскільки вони закарбовуються у людській, а разом з тим і культурній памяті.


DIE AUTOREN - Автори


Andreas Altmann

Andreas Altmann
Foto: © Kristiane Spitz

ANDREAS ALTMANN
1963 in Hainichen/Sachsen geboren, Lyriker, lebt in Berlin. Er hat den Beruf des Schriftsetzers erlernt, später eine Ausbildung zum Sozialpädagogen absolviert und arbeitet in einer Wohnstätte für geistig Behinderte. Seit 2007 ist er Mitglied des deutschen P.E.N. Es sind zehn Gedichtbände von ihm erschienen, zuletzt: "Art der Betrachtung. Gedichte aus 20 Jahren" (2012) und "Die lichten Lieder der Bäume liegen im Gras und scheinen nur so" (2014) beide im Verlag poetenladen, Leipzig. Für seine Sprachkunst wurde er unter anderem mit dem Christine Lavant Lyrikpreis (1997), dem Erwin-Strittmatter-Preis (2004), der Dr. Manfred Jahrmarkt-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung (2011) und dem Literaturpreis des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (2012) ausgezeichnet.

Андреас Альтманн
народився у 1963 році в місті Хайніхен/Саксонія, лірик, зараз мешкає у Берліні. Спочатку отримав освіту складача, пізніше – соціального педагога, працював у притулку для душевнохворих. З 2007 року є членом німецького ПЕН-клубу. Опубліковано десять збірок його поезій, серед останніх: «Спосіб спостереження. Вірші двадцятих років» (Art der Betrachtung. Gedichte aus 20 Jahren) (2012) та «Яскраві пісні дерев лежать у траві та світять просто так» (Die lichten Lieder der Bäume liegen im Gras und scheinen nur so) (2014), які вийшли у видавництві poetenladen у Лейпцигу. За своє високе мистецтво слова був нагороджений Літературною премією Кристини Лавант, Премією Ервіна Штріттматтера (2004), Почесним призом др. Манфреда Ярмаркта від Німецького фонду Шиллера (2011) та Літературною премією Саксонського міністерства науки та культури (2012).


Juri Andruchowytsch

Juri Andruchowytsch
Foto: privat

JURI ANDRUCHOWYTSCH
1960 im westukrainischen Iwano-Frankiwsk, damals Stanislau, geboren. Lyriker, Prosaschriftsteller, Essayist, literarischer Übersetzer. 1985 gründete er zusammen mit Oleksandr Irwanez und Viktor Neborak die legendäre literarische Performance-Gruppe Bu-Ba-Bu. Bis heute sind fünf Gedichtbände, fünf Romane und zahlreiche literarische Essays von Andruchowytsch erschienen. Für sein Werk wurde er in Deutschland vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung (2006) und dem Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken (2014). Auf Deutsch liegen in der Übersetzung von Sabine Stöhr seine Romane "Moscoviada" (2006), "Zwölf Ringe" (2007), "Geheimnis" (2008) und "Perversion" (2011) im Suhrkamp Verlag vor. Zusammen mit dem polnischen Schriftsteller Andrzej Stasiuk publizierte er in Polen den Band "Mein Europa" (deutsche Ausgabe: edition suhrkamp, 2004).

Юрій Андрухович
народився у 1960 році в західноукраїнському Івано-Франківську. Лірик, прозаїк, есеїст, літературний перекладач. У 1985 році разом з Олександром Ірванцем та Віктором Небораком заснував легендарну поетичну групу Бу-Ба-Бу. До цього часу вийшли п’ять збірок його віршів, п’ять романів та численні літературні нариси. За свою творчість Ю. Анрухович був багаторазово відзначений у Німеччині, зокрема він лауреат Літературної премії Книжкового ярмарку у Лейпцигу «За європейське взаєморозуміння» (2006) та Премії Ханни Арендт «За політичне мислення» (2014). Німецькою мовою у перекладі Сабіни Штьор у видавництві Suhrkamp Verlag опубліковані його романи «Московіада» (2006), «Дванадцять обручів» (2007), «Таємниця» (2008) та «Перверзія» (2011). Разом з польським письменником Анджеєм Стасюком видав у Польщі збірку «Моя Європа: два есеї про найдавнішу частину світу» (німецькомовне видання: edition suhrkamp, 2004 р.).


Sherko Fatah

Sherko Fatah
Foto: © Jens Oellermann

SHERKO FATAH
1964 in Ost-Berlin mit deutscher Mutter und kurdisch-irakischem Vater geboren. Romanschriftsteller. 1975 verließ die Familie die DDR über Wien und siedelte nach West-Berlin über. Fatah studierte dort Philosophie und Kunstgeschichte und begann zu schreiben. Für sein erzählerisches Werk hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten, zuletzt den Großen Kunstpreis Berlin der Akademie der Künste und den Adelbert-von-Chamisso-Preis 2015. Er wurde mehrfach für den Preis der Leipziger Buchmesse (2008 mit dem Roman "Das dunkle Schiff", 2012 mit dem Roman "Ein weißes Land") nominiert und 2008 mit "Das dunkle Schiff" auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises gewählt. Sein jüngster Roman "Der letzte Ort" (2014) erzählt die Entführung eines Deutschen mit Ostbiografie und seines arabischen Übersetzers im Irak. Er zeigt einmal mehr den Zusammenprall einander fremder Kulturen und thematisiert die Suche nach Versöhnung und Annäherung.

Шерко Фатах
народився у 1964 році у східному Берліні у родині німкені та курдівського іракця. Письменник-романіст. У 1975 році сім’я втекла через Відень з НДР та оселилася у західному Берліні. Ш. Фатах студіював філософію та історію мистецтв і почав писати. За свої прозові твори він отримав численні відзнаки, останніми з яких є Велика берлінська нагорода у галузі мистецтв Академії мистецтв та Приз Адальберта фон Шаміссо (2015). Неодноразово був лауреатом Літературної премії Книжкового ярмарку у Лейпцигу ( 2008 року за роман «Темний корабель» (Das dunkle Schiff) та 2012 року за роман «Біла країна» (Ein weißes Land), у 2008 році його роман «Темний корабель» було обрано до Короткого списку (shortlist) Німецької книжкової нагороди. У новому романі письменника «Останнє місце» (Der letzte Ort) (2014) йдеться про викрадення в Іраку німця, який народився у НДР, та його арабського перекладача. Автор освітлює проблеми зіткнення чужих одна для одної культур та тематизує пошук шляхів примирення та зближення.


Werner Fritsch

Werner Fritsch, Foto: privat

WERNER FRITSCH
1960 in Waldsassen/Oberpfalz geboren. Prosaschriftsteller, Dramatiker, Hörspielautor, Filmemacher. 1987 erscheint sein vielbeachteter Roman "Cherubim". Zu seinen zahlreichen Stücken gehören "Chroma", "Hydra" "Krieg, Bach" und "Wondreber Totentanz" oder auch die Monologe "Sense", "Jenseits", "Nico" und "Das Rad des Glücks", die auf der Bühne, für den Rundfunk oder fürs Kino realisiert wurden. Er veröffentlichte Prosa wie "Steinbruch" und "Stechapfel" und drehte u.a. die Filme "Das sind die Gewitter in der Natur", "Ich wie ein Vogel", "Faust Sonnengesang I und II". Seine Filme "Faust Sonnengesang" und "Das sind die Gewitter in der Natur" sind 2012 in der filmedition suhrkamp erschienen. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Robert-Walser-Preis, dem Hörspielpreis der Kriegsblinden und dem Else-Lasker-Schüler-Preis. Sein Hörspiel Enigma Emmy Göring wurde Hörspiel des Jahres 2006, erhielt den ARD-Hörspielpreis 2007 und den deutschen Hörbuchpreis 2008. Die Hörfassung von Faust Sonnengesang wurde 2013 mit dem kroatischen Grand Prix Marulic ausgezeichnet. 2014 verlieh man ihm die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung von 1859 . Werner Fritsch ist Mitglied des deutschen P.E.N. und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Er lebt in Hendelmühle/Oberpfalz und Berlin.

Вернер Фріч
народився у 1960 році в місті Вальдзаксен/Верхній Пфальц. Прозаїк, драматург, автор радіоп’єс, режисер. У 1987 році вийшов його перший роман «Херувім» (Cherubim). Автор численних п’єс: «Хрома» (Chroma), «Війна гідр» (Hydra Krieg), «Струмок» (Bach), «Танок смерті Вондребера» (Wondreber Totentanz) та монологів «Коса» (Sense), «Потойбіччя» (Jenseits), «Ніко» (Nico) та «Колесо щастя» (Rad des Glücks), які ставилися на сцені, звучали на радіо та екранізувалися. Світ побачили прозові твори В. Фріча «Каменярня» (Steinbruch)та «Дурман» (Stechapfel). У його кінодоробку такі фільми як «Це гроза на природі» (Das sind die Gewitter in der Natur), «Я – як птах» (Ich wie ein Vogel) і «Сонячний спів Фауста I та II» (Faust Sonnengesang I und II). Фільми «Це гроза на природі» та «Сонячний спів Фауста I та II» вийшли також на DVD у серії filmedition suhrkamp. Його твори неодноразово отримували престижні відзнаки: Нагороду Роберта Вальзера, Нагороду за радіопостановки від Спілки осіб, втративших зір на війні (Hörspielpreis der Kriegsblinden) та Приз Ельзи Ласкер-Шюлер. Його радіоп’єса «Енігма Емми Герінг» (Enigma Emmy Göring) стала Радіоп’єсою 2006, у 2007 році вона отримала Нагороду телеканалу ARD за кращу радіопостановку, а наступного року Німецьку нагороду як найкраща аудіо-книга. Аудіоверсія «Сонячного співу Фауста» у 2013 році була вшанована хорватською Гранд-Прі Марко Маруліча. У 2014 році Вернер Фріч отримав Почесну нагороду Німецького фонду Шиллера 1859. Член німецького ПЕН-клубу та Баварської Академії витончених мистецтв. В. Фріч живе у Хендельмюлє/Верхній Пфальц та Берліні.


Iris Hanika

Iris Hanika
Foto: © Ele Krekeler

IRIS HANIKA
1962 in Würzburg geboren, aufgewachsen in Bad Königshofen im Grabfeld. Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft sowie der Germanistik an der Freien Universität Berlin. Von 1999 bis 2002 arbeitete sie für die „Berliner Seiten“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, von 2000 bis 2008 führte sie eine Chronik in der Zeitschrift Merkur. 1992 erschien ihre Erzählung "Katharina oder Die Existenzverpflichtung", danach bei Suhrkamp "Das Loch im Brot. Chronik", 2003, "Musik für Flughäfen" (Kurze Texte, 2005), "Die Wette auf das Unbewußte oder Was Sie schon immer über Psychoanalyse wissen wollten" (mit Edith Seifert, 2006). Seit 2008 im Literaturverlag Droschl, Graz, wo ihr Roman "Treffen sich zwei" herauskam, der auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis gewählt wurde. Für ihren Roman "Das Eigentliche" (2010) ehrte man sie mit dem Literaturpreis der Europäischen Union und dem Preis der LiteraTour Nord. 2012 erschien "Tanzen auf Beton. Weiterer Bericht von der unendlichen Analyse", 2015 schließlich ihr Roman "Wie der Müll geordnet wird". Mehrere Russlandreisen, lebt in Berlin.

Іріс Ханіка
народилася у 1963 році в м. Вюрцбург, виросла у м. Бад-Кенігсхофен-в-Грабфельд, зараз мешкає в Берліні. Вивчала загальне та порівняльне літературознавство та германістику у Берлінському Вільному університеті. З 1999 до 2002 року працювала для рубрики «Берлінські сторінки» у «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», з 2000 до 2008 року вела сторінку хроніки у газеті «Merkur». У 1992 році вийшли її оповідання «Катарина, або обов’язок існування» (Katharina oder Die Existenzverpflichtung), пізніше у видавництві Suhrkamp – «Дірка у хлібі. Хроніка» (Das Loch im Brot. Chronik) (2003), «Музика для летовищ» (Musik für Flughäfen) (2005), «Парі на несвідомість, або що ви завжди хотіли знати про психоаналіз (з Едіт Зейферт)» (Die Wette auf das Unbewußte oder Was Sie schon immer über Psychoanalyse wissen wollten (mit Edith Seifert) (2006). У 2008 році у видавництві Droschl (м. Грац) опубліковано її роман «Зустрічаються двоє» (Treffen sich zwei), який увійшов до Короткого списку (shotlist) Німецької книжкової нагороди. Її роман «Сутнє» (Das Eigentliche) (2010) отримав Почесну відзнаку Літературної нагороди Європейського союзу та Приз LiteraTour Nord. У серпні 2012 року світ побачила книга «Танці на бетоні. Ґрунтовна доповідь про нескінченний аналіз» (Tanzen auf Beton. Weiterer Bericht von der unendlichen Analyse), а у 2015 році – роман «Як сортується сміття» (Wie der Müll geordnet wird). І. Ханіка неодноразово була в Росії. Живе в Берліні.


Yaroslav Hrytsak

Yaroslav Hrytsak Foto: © LUFA

YAROSLAV HRYTSAK
1960 in Dowhe/Westukraine geboren. Historiker und Professor an der Ukrainischen Katholischen Universität in Lemberg und Direktor des Instituts für Geschichtswissenschaft an der Nationalen Iwan Franko Universität Lemberg. Gastprofessor an der Central European University in Budapest. Er unterrichtete außerdem an der Columbia University, der Universität von Harvard und an der Diplomatischen Akademie in Wien. Hrytsak forscht unter anderem zur Geschichte Galiziens, zur Neueren Geschichte Ost- und Mitteleuropas, insbesondere auch zur Nationenbildung der Ukraine. 2010 erhielt er den Anton Gindely-Preis, Wien, für Kultur und Geschichte Mittel-, Ost- und Südosteuropas. Er ist Mitbegründer der Deutsch-ukrainischen Historiker-Kommission, die sich 2015 in München konstituierte.

Ярослав Грицак
народився у 1960 році в с. Довге на заході України. Історик, професор Українського католицького університету у Львові, директор Інституту історичних досліджень Львівського національного університету імені І. Франка та запрошений професор Центральноєвропейського університету у Будапешті. Викладав у Колумбійському й Гарвардському університетах та Дипломатичній Академії у Відні. Грицак досліджує історію Галичини, новітню історію Східної та Середньої Європи, проте насамперед національний рух в Україні. У 2010 році отримав у Відні Премію Антона Ґінделі з культури та історії Центральної, Східної та Південної Європи. Співзасновник Німецько-української комісії істориків, яка розпочала у 2015 році свою роботу в Мюнхені.


Andrej Kurkow

Andrej Kurkow
Foto: Regine Moismann © Diogenes Verlag

ANDREJ KURKOW
geboren 1961 in St. Petersburg, lebt seit seiner Kindheit in Kiew, und schreibt in russischer Sprache. Nach einem Sprachenstudium (Englisch und Japanisch) war er als Herausgeber tätig. Seinen Militärdienst musste er als Gefängniswärter in Odessa leisten. Erfahrungen als Kameramann brachten ihn zum Schreiben von Drehbüchern (17 Filme entstanden). Seit 1996 lebt er als freier Autor. Sein Roman "Picknick auf dem Eis" (dt. 2000) wurde ein Welterfolg. Eine ganze Reihe seiner Erzählungen und Romane ist auf Deutsch erschienen, zuletzt "Jimi Hendrix live in Lemberg" (Diogenes Verlag, 2014) und "Ukrainisches Tagebuch. Aufzeichnungen aus dem Herzen des Protests" (Haymon Verlag 2014) über die Erfahrung des "Maidan". Zahlreiche internationale Ehrungen, darunter 2014 die Aufnahme in die französische Ehrenlegion.

Андрій Курков
народився у 1961 році в С.-Петербурзі. З раннього дитинства живе в Києві та пише російською мовою. Має вищу освіту (англійська філологія), володіє японською мовою. Працював видавцем. Військову службу проходив в Одеській виправній колонії охоронцем. Досвід роботи кінооператором надихнув А. Куркова до написання власних сценаріїв, за якими було знято 17 фільмів. З 1996 року займається письменництвом. Його роман «Пикник на льду» (Picknick auf dem Eis) (нім. 2000 р.) здобув світовий успіх. У німецькому перекладі опубліковано низку оповідань та романів автора, серед останніх: «Львовская гастроль Джими Хендрикса» (Jimi Hendrix live in Lemberg) (видавництво Diogenes, 2014) та «Дневники Майдана» (Ukrainisches Tagebuch. Aufzeichnungen aus dem Herzen des Protests) (видавництво Haymon, 2014). Має численні міжнародні нагороди, зокрема у 2014 році прийнятий до Почесного Французького Легіону.


Tanja Maljartschuk

Tanja Maljartschuk
Foto: © Stiller

TANJA MALJARTSCHUK
geboren 1983 in Iwano-Frankiwsk, Prosaschriftstellerin. Sie studierte Ukrainische Philologie und arbeitete anschließend einige Jahre als Fernsehjournalistin in Kiew. Seit 2011 lebt sie als freie Autorin in Wien. Sie schreibt für ukrainische- und deutschsprachige Online- und Printmedien. Auf Deutsch erschienen der Erzählungsband "Neunprozentiger Haushaltsessig" (2011) und ihr erster Roman "Biografie eines zufälligen Wunders" (Residenz Verlag, 2013) sowie der Erzählungsband "Von Hasen und anderen Europäern" (edition.fotoTAPETA, 2014), ein exzentrisch aufgefasstes Bestiarium aus Kiew, dessen Bewohner mit unterschiedlichen Tieren zusammentreffen.

Таня Малярчук
народилася у 1983 році в Івано-Франківську, прозаїк. Вивчала українську філологію, після цього декілька років працювала тележурналістом у Києві. З 2011 року письменниця живе і працює у Відні. Пише для україно- та німецькомовних електронних та друкованих ЗМІ. У перекладі німецькою вийшли збірка її оповідань «Говорити» (Neunprozentiger Haushaltsessig) (2011) та роман «Біографія випадкового чуда» (Biografie eines zufälligen Wunders) (2013) у віденському видавництві Residenz, а також збірка оповідань «Звірослов» (Von Hasen und anderen Europäern) (2014) у видавництві edition.fotoTAPETA – ексцентричний для сприйняття бестіарій про Київ, мешканці якого зустрічаються з різними тварин.


Petra Morsbach

Petra Morsbach
Foto: © Susanne Geier

PETRA MORSBACH
1956 in Zürich geboren, aufgewachsen in München, lebt und arbeitet in Starnberg. Roman, Essay, Film. Sie studierte von 1975 bis 1981 Theaterwissenschaften, Slawische Philologie und Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach einem Gaststudium der Theaterregie an der Theaterakademie Leningrad in der damaligen UdSSR, arbeitete sie bis Anfang der 1990er Jahre am Theater in den Bereichen Dramaturgie und Regie in Freiburg, Ulm und Bonn, zuletzt als freie Regisseurin mit über 20 Inszenierungen, v.a. Musiktheater. Als Prosaautorin debütierte sie 1995 aufsehenerregend mit dem Roman "Und plötzlich ist es Abend", dem seither fünf Romane folgten: "Opernroman" 1998, "Geschichte mit Pferden" 2001, "Gottesdiener" 2004, "Der Cembalospieler" 2008 und "Dichterliebe" 2013. 2008 erschien ihr Essayband "Warum Fräulein Laura freundlich war. Über die Wahrheit des Erzählens." 2014 wurde ihr Spielfilm "Der Schneesturm" (56 Minuten) über Adalbert Stifter in München uraufgeführt. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 2001 den Marieluise-Fleißer-Preis, 2007 den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, 2010 den e.on-Kulturpreis Bayern und 2013 den Jean-Paul-Preis. Mitglied des deutschen P.E.N. und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Петра Морсбах
народилася у 1956 році в Цюріху, виросла в Мюнхені, живе та працює у м. Штарнберг. Роман, есе, фільм. З 1975 до 1981 року вивчала театрознавство, слов’янську філологію та психологію в Мюнхенському Університеті Людвіґа-Максиміліана. Після навчання у колишньому СРСР в Академії театрального мистецтва в Ленінграді працювала до початку 1990-х у галузі драматургії та режисури в театрах міст Фрейбурга, Ульма та Бонна, а потім сама поставила більше 20 вистав, переважно у музичних театрах. Як прозаїк П. Морсбах сенсаційно дебютувала в 1995 році романом «І раптом настав вечір» (Und plötzlich ist es Abend). Пізніше з’явилися ще п’ять її романів: «Оперний роман» (Opernroman) (1998), «Історія з кіньми» (Geschichte mit Pferden) (2001), «Служитель Бога» (Gottesdiener) (2004), «Гравець на клавесині» (Der Cembalospieler) (2008) та «Кохання поета» (Dichterliebe) ( 2013). У 2008 році була надрукована збірка її есе «Чому паночка Лаура була приязною. Про правду оповідання» (Warum Fräulein Laura freundlich war. Über die Wahrheit des Erzählens). Перший показ 56-хвилинного ігрового фільму П. Морсбах «Сніжна завірюха» (Der Schneesturm) про Адальберта Штифтера пройшов у 2014 році в Мюнхені. Лауреат численних нагород: 2001 року отримала Приз Мариелуизе Флейссер, 2007 – Літературну нагороду Фонду Конрада Аденауера, 2010 – Баварську e.on-нагороду у галузі культури та 2013 – Нагороду Жан Поля. Член німецького ПЕН-клубу та Баварської Академії витончених мистецтв.


Halyna Petrosanyak

Halyna Petrosanyak
Foto: © Inga Keyvan

HALYNA PETROSANYAK
1969 in den ukrainischen Karpaten geboren. Lyrikerin. Studium der Russistik und Germanistik, Promotion über die Poetik in der künstlerischen Prosa von Joseph Roth. Ihr erster Lyrikband "Park am Abhang" erschien 1996, es folgten "Randlichter" (2000) und "Die Versuchung zu sprechen" (2008). In dem Band "Die Ballonfahrt" (2015) versammelt sie auch Essays. Sie arbeitet als literarische Übersetzerin aus dem Deutschen und Tschechischen. Ihre Gedichte wurden sowohl in ukrainischen als auch ausländischen Zeitschriften und Gedichtanthologien veröffentlicht. Neben anderen Auszeichnungen erhielt sie 2007 den Hubert-Burda-Preis für junge osteuropäische Lyrik. Stipendienaufenthalte führten sie nach Wien, München, in die Villa Waldberta (2011) sowie nach Graz (2013). Auf Deutsch liegen Gedichte aus dem in der Villa Waldberta verfassten Zyklus "Eine Brücke aus Papier" in der Zeitschrift Manuskripte (Graz 201/2013) vor. Auch ihr Titel ist von Manès Sperber inspiriert.

Галина Петросаняк
народилася у 1969 році в українських Карпатах. Лірик. Вивчала російську та німецьку філологію, свою дисертацію присвятила поетиці художньої прози Йозефа Рота. Її перша збірка поезій «Парк на схилі» побачила світ у 1996 році, пізніше були опубліковані «Світло окраїн» (2000) та «Спокуса говорити» (2008). У збірку «Політ на повітряній кулі» (2015) увійшли есе авторки. Г. Петросаняк працює також літературним перекладачем з німецької та чеської. Її вірші публікувалися як в українських, так і в зарубіжних часописах та антологіях поезії. Серед багатьох її нагород німецька Премія Губерта Бурди за молоду східноєвропейську лірику (2007). За стипендіями Г. Петросаняк перебувала у Відні, Мюнхені (Будинок митців м. Мюнхена «Вілла Waldberta», 2011) та у Граці (2013). Вірші німецькою із циклу «Eine Brücke aus Papier» («Міст з паперу»), який вона написала під час перебування на «Віллі Waldberta», надруковані у часописі «Manuskripte» 201/2013 (м. Грац). На цю назву і її також надихнула творчість Манеса Шпербера.


Jurko Prochasko

Jurko Prochasko
Foto: © Markijan Prochasko

JURKO PROCHASKO
1970 im westukrainischen Stanislau/ Iwano-Frankiwsk geboren. Germanist, Übersetzer, Essayist, Publizist und Ausstellungskurator, lebt in Lemberg/Lwiw. Studierte Germanistik und Psychologie an der Universität Lemberg und absolvierte eine Ausbildung zum Gruppenanalytiker in Altaussee/Österreich. Übersetzt aus dem Deutschen und Jiddischen. Zahlreiche Ehrungen und Stipendienaufenthalte, u.a. im Wissenschaftskolleg Berlin und Stiftung Landis u. Gyr im schweizerischen Zug. Er lebt in Lemberg, wo er an der ukrainischen Akademie der Wissenschaften tätig ist und am Psychoanalytischen Institut der Iwan-Franko-Universität, das er mitbegründete, lehrt. Für seine Übertragungen deutschsprachiger Literatur, seine Studien zur Kulturgeschichte des einstigen Galiziens (u.a. Joseph Roth, Robert Musil) und seine journalistischen Arbeiten wurde Jurko Prochasko 2008 mit dem „Friedrich-Gundolf-Preis für die Vermittlung deutscher Kultur im Ausland“ der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet.

Юрко Прохасько
народився у 1970 році в Івано-Франківську. Германіст, перекладач, есеїст, публіцист, куратор виставок, живе у Львові. Студіював німецьку філологію та психологію у Львівському університеті та отримав освіту з груповогопсихоаналізу в Альтаусзее (Австрія). Перекладає з німецької та їдишу. Серед його численних відзнак та стипендій зокрема Стипендія Наукового коледжу у Берліні (Wissenschaftskolleg Berlin) та Фонду Landis та Gyr у швейцарському місті Цуг. У Львові Ю. Прохасько працює в Національній академії наук України та викладає у Львівському психоаналітичному інституті, співзасновником якого він є. За переклади німецькомовної літератури (зокрема Роберта Музіля та Йозефа Рота), за дослідження історії культури Галичини та за свою журналістську діяльність Ю. Прохасько нагороджений Премію Фрідриха Ґундольфа «За поширення німецької культури за кордоном» Німецької академії мови та поезії (2008).


Karl Schlögel

Karl Schlögel, Foto: © privat

KARL SCHLÖGEL
geboren 1948 in Hawangen bei Memmingen, Historiker und Publizist, Professor em., lebt in Berlin. Studium der osteuropäischen Geschichte, Philosophie, Soziologie und Slawistik an der Freien Universität Berlin. Viele Aufenthalte in den USA und Osteuropa in den 1970er und 1980er Jahren, Professuren in Konstanz und Frankfurt an der Oder. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2009, den Bohumil-Linde-Preis der Städte Göttingen und Torun (zusammen mit Adam Krzemiński) 2010 und den Franz-Werfel-Menschenrechtspreis 2012. Zu seinen Publikationen zählen "Im Raume lesen wir die Zeit" (2003), "Terror und Traum. Moskau 1937" (2008) und "Grenzland Europa. Unterwegs auf einem neuen Kontinent" (2013). Im September 2015 erscheint sein Buch "Entscheidung in Kiew. Ukrainische Lektionen" im Münchner Hanser Verlag.

Карл Шльогель
народився у 1948 році в м. Гаванген біля Меммінгена, історик та публіцист, колишній професор, живе у Берліні. Вивчав історію Східної Європи, філософію, соціологію та слов’янську філологію у Берлінському Вільному університеті. У 70–80-их роках неодноразово перебував у США та Східній Європі, до виходу на пенсію – професор у м. Констанц та у Франкфурті-на-Одері. Володар чисельних нагород, зокрема Літературної премії Книжкового ярмарку у Лейпцигу «За європейське взаєморозуміння» (2009), Премії Богуміла Лінде міст Ґетінґену та Торунь (2010) (разом з Адамом Кржемінськім) та Премії Франца Верфеля «За права людини» (2012). Серед його публікацій книги «У просторі ми читаємо час» (Im Raume lesen wir die Zeit) (2003), «Терор й травма. Москва 1937» (Terror und Traum. Moskau 1937) (2008) та «Прикордонна область Європа. По дорозі на новому континенті» (Grenzland Europa. Unterwegs auf einem neuen Kontinent) (2013). У вересні 2015 у мюнхенському видавництві Hanser виходить його книга «Рішення у Києві. Українські уроки» (Entscheidung in Kiew. Ukrainische Lektionen).


Anja Utler

Anja Utler
Foto: © Tom Langdon

ANJA UTLER
geboren 1973 in Schwandorf/Bayern. Lyrik, lyrische Prosa. Sie studierte Slawistik, Anglistik und Sprecherziehung in Regensburg, Norwich und St. Petersburg. Promotion über Dichterinnen der russischen Moderne. 1999 erschien der Gedichtband aufsagen (Bunte Raben Verlag). Fellowship Literatur der Stiftung Insel Hombroich 2001, Leonce-und-Lena-Preis für Lyrik 2003 und den Horst-Bienek-Förderpreis 2005. Seit 2004 erscheinen ihre Gedichtbände in der Wiener Edition Korrespondenzen "münden – entzüngeln" (2004), "brinnen" (2006) mit gleichnamiger von der Autorin eingesprochener CD, "jana, vermacht" (2009) und "ausgeübt. Eine Kurskorrektur" (2011) sowie eine Übersetzung von Anne Carsons "Decreation" (2014). In den Münchner Reden zur Poesie erschien "plötzlicher mohn" (Stiftung Lyrik Kabinett, München 2007). Sie wirkte als Übersetzerin mit an der von Hans Thill herausgegebenen Anthologie "Vorwärts, ihr Kampfschildkröten. Gedichte aus der Ukraine" (Verlag Das Wunderhorn 2006). Demnächst erscheint ihre theoretische Arbeit "manchmal sehr mitreißend – Wie Lyrik sich anhört". Gedichte von Anja Utler wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Sie lebt in Regensburg und unterrichtet in Wien.

Аня Утлер
народилася у 1973 році в м. Швандорфі/Баварія. Лірика, лірична проза. Вивчала слов’янську та англійську філологію, мовне виховання у Нюрнберзі, Норвічі та С.-Петербурзі. У своїй кандидатській дисертації досліджувала творчість поетес російського модерну. У 1999 році у видавництві Bunte Raben вийшов її перший ліричний збірник «aufsagen». Володарка багатьох премій та нагород, зокрема Товариства Літератури фонду Insel Hombroich (2001), Leonce-und-Lena за лірику (2003) та Хорста Бінека (2005). Починаючи з 2004 року у віденському видавництві Edition Korrespondenzen публікуються збірки її віршів «münden – entzüngeln» (2004), «brinnen» (2006) (разом з ними і їхні аудіо-версії на CD, начитані самою авторкою), «jana, vermacht» (2009) та «ausgeübt. Eine Kurskorrektur» (2011), а також її переклад роману Анни Карсон «Decreation» (2014). У серії Münchner Reden zur Poesie (Фонду Lyrik Kabinett у м. Мюнхен) вийшла збірка авторки «plötzlicher mohn» (2007). Співпрацювала як перекладач з Гансом Тіллем над антологією «Вперед, ви бойові черепахи. Вірші з України» (Vorwärts, ihr Kampfschildkröten. Gedichte aus der Ukraine) (видавництво Das Wunderhorn, 2006). Незабаром очікується публікація її теоретичної розвідки «іноді дуже захоплюючий – Як лірика звучить» (manchmal sehr mitreißend – Wie Lyrik sich anhört). Вірші Ані Утлер перекладено більше ніж 20-а мовами. Живе у Регенсбурзі та викладає у Відні.


Serhij Zhadan

Serhij Zhadan
Foto: © privat

SERHIJ ZHADAN
1974 in der ostukrainischen Stadt Starobilsk geboren und lebt in Charkiw. Lyriker, Prosaschriftsteller. Er studierte in Charkiw Literaturwissenschaft wurde mit einer Arbeit über den ukrainischen Futurismus promoviert. Zhadan, der auch als Performer mit einer Rockband auftritt und Musik- und Literaturfestivals organisiert, gehört zu den wichtigen, prägenden Akteuren der alternativen Literatur- und Kulturszene in Charkiw. Nach zahlreichen Lyrikveröffentlichungen erschien 2004 sein erster Roman in deutscher Übersetzung "Depeche Mode" (2007 edition Suhrkamp, Übersetzung Juri Durkot und Sabine Stöhr). In deutscher Übersetzung sind im Suhrkamp Verlag des weiteren erschienen: "Geschichte der Kultur zu Anfang des Jahrhunderts", Gedichte (2006), "Hymne der demokratischen Jugend", Roman, "Anarchy in the UKR", Roman, "Bic Mac", Erzählungen, "Die Erfindung des Jazz im Donbass", Roman (2012) und "Mesopotamien", Roman (2015). Für Die Erfindung des Jazz im Donbass wurde er mit dem Jan-Michalski-Literaturpreis und mit dem Brücke-Berlin-Preis 2014 ausgezeichnet (zusammen mit Juri Durkot und Sabine Stöhr). Die BBC kürte das Werk zum »Buch des Jahrzehnts«.

Сергій Жадан
народився у 1974 році в східноукраїнському місті Старобільську, живе у Харкові. Лірик, прозаїк. Вивчав літературознавство у Харкові, свою дисертацію присвятив дослідженню українського футуризму. С. Жадан, який також виступає з рок-групою та є організатором музичних та літературних фестивалів, належить до активних та впливових діячів альтернативної літературної та культурної сцени Харкова. Після чисельних поетичних збірок 2004 року виходить його перший роман «Депеш Мод» (у перекладінімецькою Юрія Дуркота та Сабіни Штьор 2007 року у видавництві edition Suhrkam). У видавництві edition Suhrkam публікуються й його інші твори: поетична збірка «Історія культури початку сторіччя» (Geschichte der Kultur zu Anfang des Jahrhunderts, Gedichte) (2006), збірник оповідань «Біг Мак» (Bic Mac), романи «Гімн демократичної молоді» (Hymne der demokratischen Jugend), «Anarchy in the UKR», «Ворошиловград» (Die Erfindung des Jazz im Donbass) (2012) та «Месопотамія» (Mesopotamien) (2015). За роман «Ворошиловград» С. Жадан нагороджений Літературною премією Яна Міхальского та разом з Юрі Дуркотом та Сабіною Штьор – премією Brücke-Berlin (2014). Радіо BBC визнало цей твір «Кращою книгою десятиріччя».


DIE ÜBERSETZER – ПЕРЕКЛАДАЧI

Deutsch-Ukrainisch
Jurko Prochasko (Petra Morsbach, Iris Hanika), Chrystyna Nazarkewytsch (Anja Utler, Werner Fritsch), Halyna Petrosanyak (Andreas Altmann), Juri Durkot (Sherko Fatah, Karl Schlögel)

Ukrainisch-Deutsch
Sabine Stöhr (Juri Andruchowytsch), Claudia Dathe (Serhij Zhadan).

Dolmetscher:
Halyna Kotowski, Nadja Hrynyk, Juri Durkot.

Німецько-український
Юрко Прохасько (Петра Морсбах, Іріс Ханіка), Христина Назаркевич (Аня Утлер, Вернер Фріч), Галина Петросаняк (Андреас Альтманн), Юрій Дуркот (Шерко Фатах,Карл Шльогель)

Українсько-німецький
Сабіна Штьор (Юрій Андрухович), Клаудіа Дате (Сергій Жадан)

Синхронний переклад
Галина Котовські, Надя Гриник, Юрій Дуркот


Übersetzung des Programms ins Ukrainische – Переклад українською

Olena Novikova, Ganna Pomazanovska, München
Олена Новікова, Ганна Помазановська (Мюнхен)


KOOPERATIONSPARTNER – ПАРТНЕРИ

Verlegerforum NGO

bookforum.ua - Verlegerforum Lwiw N.G.O.


Kulturreferat der Stadt Lwiw


Kulturreferat der Stadt Lwiw


FÖRDERER – МЕЦЕНАТИ

Auswärtiges Amt
Bayerisches Staatsministerium
Kulturreferat







Ausschreibung Stifter-Stipendium Oberplan/Horní Planá


Zwei vierwöchige Stifter-Stipendien
für bayerische Autoren in Oberplan, Oktober und November 2015
Bewerbungsschluss: 15. Juli 2015


Pressemitteilung Stifter-Stipendium

Pressemitteilung vom 12. August 2015 - Werner Fritsch und Christian Rosenau
sind die ersten Stipendiaten in Oberplan/Horní Planá 2015
Wir gratulieren!

Der Adalbert Stifter Verein vergibt in Zusammenarbeit mit Kulturallmende bis 2018 (150. Todestag Adalbert Stifters) jährlich zwei Aufenthaltsstipendien von jeweils vier Wochen im Geburtsort Adalbert Stifters in Oberplan/Horní Planá, Südböhmen.
Die ersten beiden Stipendien werden für Oktober und November 2015 ausgeschrieben. Zur Verfügung steht ein Appartement, 200 Meter von Stifters Geburtshaus entfernt. Die Stipendiaten haben die Möglichkeit, sich vier Wochen lang vom Genius Loci inspirieren zu lassen und in Ruhe zu arbeiten. Gegenleistung: eine öffentliche Lesung in Oberplan und ein Beitrag (Erzählung, Gedichte, Tagebuchnotizen) für einen Sammelband, der im Herbst 2018 mit Texten aller Stipendiaten erscheinen soll.
Jeder Stipendiat erhält ein Honorar von 1.000 € sowie Reisekosten und Verpflegungsgeld.
Bewerbungen (gern auch von jüngeren Autoren) mit Lebenslauf und Publikationsliste bis spätestens 15.7.2015 an

Dr. Peter Becher
Adalbert Stifter Verein
Hochstr. 8
81669 München
becher@stifterverein.de

Still aus Der Schneesturm

Christoph Maltz als Adalbert Stifter in Petra Morsbachs Film "Der Schneesturm", Foto: © Petra Morsbach

Literatur- und Filmprojekt


DER SCHNEESTURM

Ein Film von PETRA MORSBACH


56minütiger No-Budget-Spielfilm über eine Episode aus dem Leben Adalbert Stifters, aufgenommen an Originalschauplätzen im Bayerischen Wald.
Die Uraufführung fand am 22. September 2014 im Arena Flimtheater München statt.

DVD Der Schneesturm

Aktuelle Aufführungen:


In Vorbereitung

Bisherige Aufführungen:


Münster

Theatertreff Münster
Neubrückenstrasse 63, 48143 Münster
Mittwoch 28. Januar 2015, 20 Uhr
In Anwesenheit der Regisseurin

Passau

Scharfrichter Kino Passau
Milchgasse 2, 94032 Passau
Tel. 0851 988 35 50
Donnerstag 5. Februar 2015, 19 Uhr
Samstag 7. Februar 2015, 19 Uhr
Dienstag 10. Februar 2015, 19 Uhr
Montag 16. Februar 2015, 19 Uhr

Hamburg

Freie Akademie der Künste Hamburg
Klosterwall 23, 20095 Hamburg
Montag, 12. Januar 2015, 19 Uhr

Regensburg

Kino im Andreasstadel, Akademie-Salon
Andreasstraße 28, 93059 Regensburg
Telefon: Kino (abends) 0941 - 89 799 169
26.12. - 31.12.2014 jeweils 16 Uhr

Starnberg

Kino Breitwand Starnberg
Dienstag, 18. November 2014, 20.00 Uhr
Wittelsbacherstr. 10, 82319 Starnberg
In Anwesenheit der Regisseurin
Veranstalter: Kino Breitwand in Zusammenarbeit mit dem Kulturforum Starnberg.

Monigottsöd

Bergwinklhof in Monigottsöd, 94110 Wegscheid
Freitag, 31.10.2014 um 19.00 Uhr
In Anwesenheit von Petra Morsbach und Christoph Maltz
Nur nach Anmeldung.
Näheres und Anmeldung bei Verena Nolte: welcome@kulturallmende.org

Regensburg

Kino im Andreasstadel, Akademie-Salon
Andreasstraße 28, 93059 Regensburg
Telefon: Kino (abends) 0941 - 89 799 169
Sonntag, 19.10.2014 um 11:00 und 14:00 Uhr
Mo, Di, Mi 20. - 22.10. jeweils 18:00 Uhr

Still aus Der Schneesturm

Christoph Maltz als Adalbert Stifter in "Der Schneesturm", Foto: © Petra Morsbach

München


MATINÉE am Sonntag, 19. Oktober 2014, 12.30 Uhr
im Arena Filmtheater
Nach drei ausverkauften Vorstellungen bietet das Arena Filmtheater München eine weitere Matinée mit "Der Schneesturm" an.
Mehr dazu:

WEBSITE DES ARENA FILMTHEATERS.

MATINEE am Sonntag, 12. Oktober 2014, 11.30 Uhr

Die Uraufführung von Petra Morsbachs Adalbert Stifter-Film DER SCHNEESTURM war ein so großer Erfolg, dass auch die zweite Aufführung innerhalb weniger Stunden ausverkauft war. Die Süddeutsche Zeitung schrieb am Uraufführungstag: "Entstanden ist ein...sehr poetischer Spielfilm, atmosphärisch dicht mit vielen langen, ruhigen Einstellungen", und "Bildschön: Stifter im Schneesturm" titelte die Mittelbayerische Zeitung ihre Filmkritik. "Christoph Maltz überzeugt von der ersten bis zur letzten Minute", schrieb sie über den Stifterdarsteller.

Wegen der anhaltenden Nachfrage nach weiteren Aufführungen des Films bietet nun das Arena Filmtheater
am Sonntag, den 12. Oktober um 11.30 Uhr eine Matinée an, bei der die Regisseurin Petra Morsbach noch einmal anwesend sein wird.

Literatur- und Filmprojekt: Uraufführung


DER SCHNEESTURM

Ein Film von PETRA MORSBACH


56minütiger No-Budget-Spielfilm über eine Episode aus dem Leben Adalbert Stifters, aufgenommen an Originalschauplätzen im Bayerischen Wald.

URAUFFÜHRUNG: Montag, 22. September 2014, 20.30 Uhr

Arena Filmtheater
Hans-Sachs-Str. 7
80469 München
Tel. 089 2603265

Im Anschluss an die Vorführung spricht
Prof. Wolfgang Frühwald, Stifterkenner und -herausgeber, mit der Regisseurin, Drehbuchautorin u. Produzentin Petra Morsbach.
Moderation: Verena Nolte (Kulturallmende)

Begrenzte Platzzahl
Anmeldung unter: welcome@kulturallmende.org

ZWEITE AUFFÜHRUNG

Wegen der großen Nachfrage wird der Film auch am Dienstag, 23. September 2014, um 20:30 Uhr, im Arena Filmtheater und in Anwesenheit von Petra Morsbach aufgeführt.
Reservierung unter Tel. 089 2603265, Arena Filmtheater


Still aus Der Schneesturm

Still aus Der Schneesturm

Christoph Maltz als Adalbert Stifter in "Der Schneesturm", Foto: © Petra Morsbach

Im Herbst 1866 verbringt der Schriftsteller Adalbert Stifter einige Wochen im Bayerischen Wald, wie immer zu Gast auf dem Rosenberger Gut unterm Dreisesselberg. Als er die Nachricht erhält, zu Hause in Linz sei seine Frau erkrankt, will er abreisen. Doch ein Schneesturm macht die Wege unpassierbar. Der nervöse, kranke Mann ist tagelang in seinem Domizil eingeschlossen. Gebannt und zunehmend geängstigt starrt er ins Flockengewirbel, hört den Wind im Dachstuhl dröhnen, friert, kann nichts essen, hat Alpträume.

Still aus Der Schneesturm

Gequält von körperlichem Schmerz und Erinnerungen an Verfehlung und Versagen entwirft er seine Erzählung "Der fromme Spruch": die Geschichte eines adligen Geschwisterpaars in einer behaglich geordneten Welt. Aber auch diese hochmoralischen Figuren sehnen sich nach Liebe, ohne es zu wissen.

Still aus Der Schneesturm

Hans Schröck als Dietwin von der Weiden, Ulrike Budde als Gerlint von Biberau in "Der Schneesturm"
Foto: © Petra Morsbach

Wenn am Ende Stifter, scheinbar gerettet, auf zittrigen Beinen zu Tal stolpert, haben sie das letzte Wort.

Still aus Der Schneesturm

Leonard Hohm als Jung Dietwin, Melanie Sasic als Jung Gerlint in "Der Schneesturm", Foto: © Petra Morsbach

Adalbert Stifter (1805-1868) beschrieb den Schneesturm 1867 in seiner autobiographischen Erzählung "Aus dem Bairischen Walde", und nicht umsonst ist die Schilderung des Sturms deren Herzstück.

Still aus Der Schneesturm

Christoph Maltz als Adalbert Stifter, Noura Zeitouni als Amalie Stifter in "Der Schneesturm"
Foto: © Petra Morsbach

Doch die Erzählung enthält mehr: eine unübertroffene Würdigung dieser anmutig strengen Gegend; eine rührende Fabel ehelicher Besorgnis; und ein psychologisches Geheimnis.

Still aus Der Schneesturm

Schneewald in "Der Schneesturm", Foto: © Petra Morsbach

Stifter war damals 61 Jahre alt, krank und verstört. Der Film erweitert den Schneesturm-Bericht nach zwei Seiten, zum Realen und Idealen: auf der einen Seite durch die Erinnerungen, Ängste und Alpträume, die seine Beklemmung erklären mögen. Auf der anderen Seite durch eine Erzählung, die er in diesen Tagen entworfen haben kann: Der fromme Spruch, eine zarte Tragikomödie in einer bizarr förmlichen Sprache. Noch in dieser Zerrüttung schreibt der Dichter seine ebenmäßige, fragil majestätische Prosa. Und bis zuletzt bleibt er empfänglich für die Schönheit der Natur. Sie scheint in seinen Träumen auf und wird verzaubert erlebt, als einmal der Sturm ruht.
P.M.

Still aus Der Schneesturm

Christoph Maltz als Adalbert Stifter, schreibend im Rosenberger Gut in "Der Schneesturm"
Foto: © Petra Morsbach

BUCH, REGIE, PRODUKTION:
Petra Morsbach, Autorin u.a. der Romane "Plötzlich ist es Abend", "Opernroman", "Gottesdiener" und "Dichterliebe", war Regisseurin, bevor sie Schriftstellerin wurde. Für ihr Werk erhielt sie mehrere Preise, zuletzt den Jean-Paul-Preis, 2013. Der Schneesturm ist ihr zweiter Film nach dem kleinen Fernsehspiel "Albumblätter" (ZDF, 1993).

Porträt Petra Morsbach

Petra Morsbach, Foto: © Susanne Geier

DARSTELLER:
Christoph Maltz, Hans Schröck, Ulrike Budde
Noura Zeitoni, Melanie Sasic, Leonhard Hohm u.v.a.

TEAM:
Michael Wolf - Kamera
Moritz Gronau - 2. Kamera, Schnitt u. Bildbearbeitung
Christoph Sitzmann - Ton u. Tonmischung u.v.a.

WEBSITE ZUM FILM

TRAILER

Mit freundlicher Unterstützung durch

Kulturreferat


Kulturreferat





Kunstprojekt


LALI JOHNE - MISHECK MASAMVU
Malerei - universelle Sprache

Ein Workshop im Open Art Studio Village Unhu
Harare Zimbawe


26. April bis 10. Mai 2014

Der Austausch zwischen der Münchner Künstlerin Lali Johne und den Künstlern von Village Unhu, ein von ihnen selbst organisierter Kunstraum in Harare, Zimbabwe, ist am 8. und 9. Mai mit einem weiteren Workshop im Unhu zu Ende gegangen. Lali Johne hatte mit den Künstlern am Thema Baum und Landschaft im Bezug zum Ich und zum eigenen, von der Umgebung beeinflussten Rhythmus gearbeitet. Maler, Multimediakünstler und Bildhauer ließen sich auf das Medium Zeichnung und Aquarell ein und besprachen ihre Bilder.


Epheas Maposa

Epheas Maposa, Village Unhu, Harare
Foto: Lali Johne

Mostaff Muchawaya und Tawanda Takura

Mostaff Muchawaya und Tawanda Takura
An der Wand Zeichnungen von Epheas Maposa
Village Unhu, Harare; Foto: Lali Johne

Skulptur von Gideon Gomo

Skulptur von Gideon Gomo, Village Unhu, Harare
Foto: Lali Johne

Epheas Maposa mit Modell

Epheas Maposa und sein Modell, Village Unhu, Harare
Foto: Lali Johne

Painting Clive Mukucha

Tawanda Takura, Kopf, Mixed Media auf Papier
und Zeichnungen, Village Unhu, Harare; Foto: Lali Johne

Misheck Masamvu und Lali Johne im Village Unhu

Misheck Masamvu und Lali Johne
im Village Unhu, Harare; Foto: Village Unhu

Für die zimbawischen Künstler war dieser Austausch ermutigend. Sie kamen in den letzten Jahren nur selten in Berührung mit ausländischen, nicht afrikanischen Künstlern. Für Lali Johne war der Aufenthalt und die Begegnung mit den jungen zimbabwischen Künstlern gleichermaßen fruchtbar. Diese afrikanische Erfahrung, das Gespräch, die Beobachtung, die gemeinsame Reflektion über das künstlerische Tun wird auch auf ihre Kunst nicht ohne Einfluss bleiben. Für den Austausch beginnt eine neue Phase, hier und dort.


Lali Johne, zwei Bilder, 2014

Lali Johne, Öl auf Leinwand, 2014
Erste Bilder nach der Zimbabwereise; Foto: Kulturallmende



Erster Bericht

Am 1. Mai wurde im Village Unhu mit Lali Johne gearbeitet. 15 zimbabwische Künstlerinnen und Künstler nahmen das Angebot des Austausches an und kamen. Beide Seiten sprechen von einer gelungenen Kooperation.
Zuvor hatte Lali Johne mit Misheck Masamvu Galerien in Harare aufgesucht, die Gallery Delta, die im Austausch zwischen München und Harare eine große Rolle spielt, die National Gallery und die Zimbabwe German Society. Lali war bei einer Ausstellungseröffnung der Njelele Art Station dabei, einer neuen Kunstinitiative in Harare, die sich auf Fotografie, Film, bewegte Bilder, Ton-, Installations- und Performancekunst spezialisiert hat.
Einen Tag lang fuhr Lali Johne mit Misheck Masamvu nach Mutare, südöstlich von Harare, an der mozambiquischen Grenze und in Manicaland gelegen, der Herkunfts- und Inspiriationslandschaft von Misheck Masamvu. In Mutare besuchten die Künstler die National Gallery und wurden dort herzlich willkommen geheißen. Am 8. und 9. Mai werden weitere gemeinsame Workshops veranstaltet.


Workshop mit Lali Johne in Harare

Lali Johne 1. Mai Workshop im Village Unhu, Harare
Foto: Village Unhu

Mrs. E. Muusha Director NGZ Mutare, Lali Johne, Misheck Masamvu

Mrs. E. Muusha Director, Leiterin der National Gallery Mutare
Lali Johne, Misheck Masamvu in Mutare; Foto: Village Unhu

Lali Johne - Walking in Africa

Lali Johne - Walking in Africa
Foto: Village Unhu



LALI JOHNE - MISHECK MASAMVU




Lali Johne mit Misheck Masamvu in dessen Münchner Ausstellung

Lali Johne mit Misheck Masamvu
in dessen Münchner Ausstellung 2012; Foto: Kulturallmende

Während des Aufenthalts des zimbabwischen Künstlers Misheck Masamvu im Frühjahr 2012 aus Anlass seiner Ausstellung in der Münchner Galerie Françoise Heitsch und in den Räumen von Kulturallmende (siehe weiter unten auf dieser Seite sowie "colour africa 2011") entstand die Idee zu einem Künstler-Austausch. Misheck Masamvu traf die Münchner Künstlerin Lali Johne in seiner Ausstellung und in ihrem Atelier. Das gegenseitige künstlerische Interesse und die gemeinsame Sprache der Malerei ließen bei Misheck Masamvu den Plan reifen, Lali Johne nach Harare in das von ihm und einigen Künstlern neu gegründete Künstlerzentrum Village Unhu zu einem Workshop einzuladen, wo das Gespräch und der Austausch über Malerei in einem größerem Kreis fortgesetzt werden könnte. Dank der Förderung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München und einem Zuschuss des Goethe-Zentrums Harare kann die Idee nun Wirklichkeit werden.



Misheck Masamvu in seinem temporären Münchenatelier

Misheck Masamvu in seinem temporären Münchenatelier 2012; Foto: Kulturallmende

Gegenstand des Workshops von Lali Johne und Misheck Masamvu ist die europäische Maltechnik, wie sie auch von afrikanischen bzw. zimbabwischen Malern verwendet wird. In einer offenen Werksituation wird in einer in vielen Schichten aufgebauten Ölmalerei auf Leinwand, Holz und Papier gearbeitet. Lali Johne will außerdem verschiedene Diskussionsthemen anbieten, wie die gesellschaftlichen Funktionen der Malerei in den verschiedenen Kulturen und auf Themen eingehen, die die zimbabwischen Künstler selbst einbringen. Ein experimenteller Teil des Workshops soll eröffnen, was jeder im anderen sieht. Über das Programm und die Erfahrungen dieser Begegnung wird auf unserer Internetseite berichtet.



Lali Johne - 2 Bilder in ihrem Atelier 2012

Lali Johne - Zwei Bilder in ihrem Atelier 2012; Foto: Kulturallmende



lali Johne in ihrer Aussetllung in Basel

Lali Johne in ihrer Ausstellung
Galerie Katharina Krohn, Basel
Foto: Kulturallmende


In Kooperation mit

Logo Village Unhu

Mit freundlicher Unterstützung durch die


Kulturreferat





Literaturprojekt




na brodu Literatur aus Kroatien


na brodu (an bord)
LITERATUR AUS KROATIEN


Siehe DETAILLIERTES PROGRAMM



Meer bei Novalja; Foto: © Andriana Škunca

Meer bei Novalja, Insel Pag; Foto: © Andriana Škunca.
Die Fotoarbeiten der Dichterin Andriana Škunca sind in ihrem Buch "Lichtschrift von Novalja“, aus dem Kroatischen übersetzt von Matthias Jacob, Daedalus Verlag Münster 2008, abgebildet."

na brodu (an bord)
LITERATUR AUS KROATIEN


Kroatien, südöstliches Mittelmeerland mit ausgedehnter Küste, vor der wir mehr als 1000 Inseln zählen können, Land durch das Donau, Drava und Save fließen und das lange Grenzen zu seinen Nachbarländern hat, trat mit seinen knapp viereinhalb Millionen Einwohnern am 1. Juli 2013 als 28. Mitglied der Europäischen Union bei.
In der deutschen Öffentlichkeit wurde dieser lang erwartete Beitritt Kroatiens vor allem politisch und wirtschaftlich kommentiert. Das Land bringt die jedoch auch die 24. Sprache mit in den wirtschaftlichen, politischen und friedensstiftenden Zusammenschluss europäischer Länder und hatin den in den letzten zwei Jahrzehnten eine bedeutende, lebhafte und selbstbewusste Literatur hervorgebracht.
Der Zugang zur jüngeren kroatischen Literatur ist durch zahlreiche Übersetzungen in den deutschsprachigen Verlagen auch für deutsche Literaturliebhaber offen. Auf diesem Fundus baut na brodu (an bord) – Literatur aus Kroatien auf. Im Herbst 2013 wird die kroatische Gegenwartsliteratur so zum ersten Mal einen gemeinsamen Auftritt in deutschen Literatureinrichtungen haben, im Literaturhaus Berlin, Literaturhaus Frankfurt am Main, Literaturhaus Hamburg, Literaturhaus Oberpfalz, Literaturhaus Rostock, Literaturhaus Schleswig-Holstein, im Literaturbüro Freiburg, dem Lyrik Kabinett München, in der Münchner Stadtbibliothek und beim Thüringer Literaturrat e.V. - Stadtbibliothek Weimar werden 20 Schriftstellerinnen, Schriftsteller und Musiker aus Kroatien auftreten.

Auf der Website von Kroatien Kreativ 2013, mit dem "na brodu" und Kulturallmende partnerschaftlich verbunden sind, finden Sie das DETAILLIERTE PROGRAMM mit allen Veranstaltungspartnern von na brodu (an bord) – Literatur aus Kroatien.

Zum Projekt erscheint Mitte September 2013 eine Publikation mit allen Veranstaltungen und teilnehmenden Autorinnen und Autoren, die in den beteiligten Literatureinrichtungen ausliegt.

Das Projekt wird gefördert durch das Auswärtige Amt und das Ministerium für Kultur der Republik Kroatien.

"na brodu" richtet sich auch an die in Deutschland lebende kroatische Bürgerschaft. Und "na brodu" will nach Kroatien zurückwirken, um den Dialog dort fortzusetzen. Dafür wurden der kroatische Schriftstellerverband h,d,p und das Goethe-Institut Kroatien als Kooperationspartner gewonnen.

-> Zum PROGRAMM von "na brodu"!


Novalja; Foto: © Andriana Škunca

Novalja, Insel Pag, gesehen von © Andriana Škunca.



Horst Bienek - Schreiben und Filmen


In Zusammenarbeit mit der Bayerischen Akademie der Schönen Künste

Horst Bienek bei Dreharbeiten 1973; Foto: © Horst-Bienek-Archiv

Horst Bienek bei den Dreharbeiten zu "Heureka", 1973
Foto: © Horst-Bienek-Archiv, Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek - Niedersächsische Landesbibliothek Hannover, Biw 50.

An drei Abenden, dem 13./14. und 16. Mai 2013 wird in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste die Künstlerpersönlichkeit des am 7. Mai 1930 in Gleiwitz/Gliwice geborenen und am 7. Dezember in München 1990 gestorbenen Schriftstellers Horst Bienek neu beleuchtet.
Horst Bienek war nicht nur ein bedeutender Schriftsteller, sondern auch Filmemacher, und das mit Konsequenz schon seit 1966, als er den greisen, in Schweigen versunkenen Ezra Pound filmte. Bienek befasste sich mit dem Bild in der Kunst, im Film, in der Fotografie: »Filmen ist für mich die Bewältigung von Bildern; Schreiben ist Bewältigung von Welt.« Das Programm zeigt drei Filme von Horst Bienek und sucht das Gespräch mit Zeitzeugen.

1. Abend
Montag, 13. Mai 2013, 19 Uhr

"Erstickte Schreie: Der Schriftsteller Horst Bienek"
Vortrag: Wolfgang Frühwald

Wolfgang Frühwald ist Professor em. für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er initiierte 1986/87 die legendären Poetik-Vorlesungen Horst Bieneks "Das allmähliche Ersticken von Schreien. Sprache und Exil heute" an der Ludwigs-Maximilians-Universität München und hat vielfach zu dessen Werk publiziert. In seinem Vortrag erforscht er Bieneks Erfahrung des zweifachen Todesurteils.

2. Abend
Dienstag, 14. Mai 2013, 19 Uhr

"Gleiwitzer Kindheit"
Film und Gespräch
In der Reihe Polska/Bawaria
Mit Adam und Stanisław Krzemiński, Warschau
Moderation: Verena Nolte
Film: "Gleiwitzer Kindheit", Buch: Horst Bienek, Regie: Horst Bienek und Stanisław Krzemiński, ZDF 1987, 30 min.
Interview mit Horst Bienek aus: Adam Krzemiński (Regie) "Jenseits von Schwarz und Weiß", ZDF 1989.


Horst-Bienek-Straße in Gleiwitz/Gliwice Foto: © privat

Horst-Bienek-Straße in Gleiwitz/Gliwice, Foto: privat.


Aktuelles Interview im Bayerischen Runfunk mit Adam und Stanisław Krzemiński. Von Dagmara Dzierzan.

Nach den vier Romanen der Gleiwitzer Tetralogie, die 1975-82 erschienen, reiste Horst Bienek im Sommer 1987 erstmals seit der Umsiedlung von 1946 nach Polen in die Kindheitslandschaft und drehte mit dem polnischen Regisseur Stanisław Krzemiński für das ZDF den Film "Gleiwitzer Kindheit". Er wird seit der Erstaufführung im Fernsehen hier erstmals vor Publikum aufgeführt.
Stanisław Krzemiński, Regisseur und Produzent, wird über die Dreharbeiten und seine Begegnung mit Horst Bienek berichten. Sein Bruder Adam Krzemiński, Germanist und Journalist, führte Ende der achtziger Jahre Interviews mit Bienek, die die gemeinsame Geschichte reflektierten und die er in Polen und Deutschland veröffentlichte, eines davon auch in seinem ZDF-Film "Jenseits von Schwarz und Weiß".

Adam und Stansiław Krzemiński

Adam und Stansiław Krzemiński am 14. Mai 2013 in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste München, Foto: Kulturallmende.


3. Abend
Donnerstag, 16. Mai 2013, 19 Uhr

"Die verrinnende Zeit"
Film und Gespräch
In der Reihe Polska/Bawaria
Mit Asta Scheib und Ota Filip, München
Moderation: Verena Nolte
Film:
"Die verrinnende Zeit/Ein elektronisches Tagebuch“. Buch und Regie: Horst Bienek, 60 min., Fernsehfilm, ZDF, 1989.
"Ezra Pound, 80". Kurzfilm 1966, s/w, 35mm, 10.30 Min, Regie und Produktion: Horst Bienek.

Horst Bienek 1989 in Warschau vor dem Denkmal des Aufstands im Warschauer Ghetto Foto: © Horst-Bienek-Archiv

Horst Bienek 1989 in Warschau vor dem Denkmal des Aufstands im Warschauer Ghetto
Foto: © Horst-Bienek-Archiv, Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek - Niedersächsische Landesbibliothek Hannover, Bil 96.

1989, ein Jahr vor seinem Tod, konnte Horst Bienek als „Mainzer Stadtschreiber“ noch "Die verrinnende Zeit/Ein elektronisches Tagebuch" für das ZDF drehen, einen Film über die existentielle Situation des zum Tode Verurteilten. Er wählte das Beispiel des im Januar 1945 in Plötzensee hingerichteten Helmuth James Graf von Moltke aus dem Kreisauer Kreis. Doch reflektiert Horst Bienek auch die eigene Erfahrung des Todesurteils, mit der sich Wolfgang Frühwald in seinem Vortrag am ersten Abend des Programms auseinandersetzt.
Die Schriftsteller Asta Scheib, Freundin aus dem Westen, und Ota Filip, der Freund aus dem Osten, sprechen über die Jahre mit Bienek.

Ort:

Bayerische Akademie der Schönen Künste
Max-Joseph-Platz 3
80539 München
Tel. 089 290077-0
Eintritt frei.

Siehe auch den aktuellen Klappentext: Klappentext Mai 2013

Das Projekt wird gefördert vom
Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst aus Mitteln der Bayerischen Staatskanzlei und vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München.







Kulturallmende nimmt am polip International Literature Festival 2013 in Pristina/Kosovo teil



polip Literaturfestival in Pristina 2013, Panel I, Foto: © Arben Llapashtica

polip International Literature Festival Pristina 2013, Panel I, Foto: © Arben Llapashtica

Vom 10. bis 12. Mai 2013 findet das polip International Literature Festival in Pristina, der Hauptstadt Kosovos, statt. Kulturallmende nimmt innerhalb ihres Programmschwerpunkts Südosteuropa mit Verena Nolte daran teil.
„polip“ wird jährlich von der kosovarischen Kulturagentur Qendra Multimedia in Pristina veranstaltet, die letzten Jahre gemeinsam mit der Literaturzeitschrift und -organisation „Beton“ aus Belgrad.

Aus "About us" von "polip":
"Das internationale Literaturfestival in Pristina bringt vor allem junge Autoren aus der Region und anderen europäischen Ländern zusammen. 'polip' versteht sich nicht als rein literarisches Festival. In einer besonders traumatisierten Region und in gesellschaftlichen Gebilden, die sich darauf geeinigt haben, strikt getrennt und ohne Versuche der Vergangenheitsbearbeitung oder Mitgefühl für den Anderen zu leben, will 'polip' den Weg zur Verständigung bahnen und das Vertrauen in den Frieden festigen. Die Literatur will hier Basis für die zwischenmenschliche Kommunikation und Brücke zur Konfliktlösung in der Region sein."



polip Literaturfestival in Pristina 2013, Panel II, Foto: © Arben Llapashtica

polip International Literature Festival Pristina 2013, Panel II, Foto: © Arben Llapashtica

polip Literaturfestival in Pristina 2013, Lesung Faruk Sehic, Foto: © Arben Llapashtica

polip International Literature Festival Pristina 2013, Lesung Faruk Šehić (Mitte), Foto: © Arben Llapashtica

polip Literaturfestival in Pristina 2013, Lesung Beqe Cufaj, Foto: © Arben Llapashtica

polip International Literature Festival Pristina 2013, Lesung Beqë Cufaj (Mitte), Foto: © Arben Llapashtica



Kulturallmende ist Partnerin von Kroatien Kreativ 2013



Unter Wasser; Foto: © Božidar Vukičević

Reuse und Fischer, Foto: © Božidar Vukičević

Kroatien wird am 1. Juli 2013 als 28. Mitgliedsland der Europäischen Union beitreten. Neben mehr als 1000 Inseln und alten Kulturstädten, die auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, bringt Kroatien eine bemerkenswerte, schrille, lebhafte, nachdenkliche, radikale, sanftmütige und überschäumende Kulturszene mit, die das Festival Kroatien Kreativ 2013, initiiert von der Schriftstellerin und Übersetzerin Alida Bremer, 2013 in Deutschland aufspielen lässt. Kulturallmende ist Partnerin des Festivals und unterstützt es mit ihrem Netzwerk und ihrem Knowhow.


Lesung in Split; Foto: © Edi Matić

Kroatien Kreativ - Lesung in Split, Foto: © Edi Matić



Literaturprojekt

POLSKA/BAWARIA - Ein Literaturaustausch


Auftakt mit Andrzej Stasiuk

Andrzej Stasiuk_Foto: © Isolde Ohlbaum

Andrzej Stasiuk in München, 5. Februar 2013, Foto: © Isolde Ohlbaum


Mit der Einladung an Andrzej Stasiuk, den großen polnischen Gegenwartsschriftsteller, dessen Werk in vielen Titeln auf Deutsch vorliegt, wollen wir einen anhaltenden Austausch zwischen der Literatur aus Polen und Bayern initiieren. Für die beiden Auftritte Andrzej Stasiuks haben wir zwei bayerische Schriftsteller gebeten – Dagmar Leupold in München und Franz Dobler in Sulzbach-Rosenberg – in Gespräch und Lesung der deutschen Texte als Gastgeber aufzutreten. In kommenden Programmen, die in Polen und in Bayern durchgeführt werden, sollen weitere Schriftsteller, Übersetzer, Verlage und Literatureinrichtungen Mitspieler dieses Austauschs werden, der europäische Literaturlandschaften zusammenführen will.

Abreise

Andrzej Stasiuk, Abreise 7. Februar 2013, Bahnsteig von Sulzbach-Rosenberg, Foto: Verena Nolte


2. Abend: Mittwoch, 6. Februar 2013, 20 Uhr
Literaturhaus Oberpfalz | Literaturarchiv
Rosenberger Str. 9, 92237 Sulzbach-Rosenberg

6. Februar 2013

Olga Mannheimer, Andrzej Stasiuk, Franz Dobler, Foto: © Peter Geiger


6. Februar 2013

Franz Dobler und Andrzej Stasiuk auf Ingeborg Bachmanns Sofa im Literaturarchiv, Foto: © Peter Geiger


Nachbesprechung im Radio

BR 2 kultur Welt, Dienstag 5. Februar
"Polska Bawaria"
Mit Andrzej Stasiuk und Dagmar Leupold
Ein Beitrag von Christine Hamel
Podcast zum Nachhören:
Bayern 2 kultur Welt, 5. Februar 2013.

1. Abend: Montag, 4. Februar 2013, 19.30 Uhr
Black Box, Gasteig
Rosenheimer Straße 5, 81667 München

4. Februar 2013

Olga Mannheimer, Andrzej Stasiuk, Dagmar Leupold im Münchner Gasteig, Foto: © Iwona Lompart


4. Februar 2013

Olga Mannheimer und Andrzej Stasiuk, Foto: © Iwona Lompart


4. Februar 2013

Stasiuk signiert, Foto: © Iwona Lompart


Vorankündigung im Radio

BR 5 Interkulturelles Magazin, Sonntag 3. Februar
Programm Polska Bawaria
"Reger Austausch zwischen Polen und Bayern"
Ein Beitrag von Dagmara Dzierzan, mit einem Interview mit Verena Nolte. Podcast zum Nachhören:
Bayern 5 Interkulturelles Magazin 3. Februar 2013.

POLSKA/BAWARIA - 1. Abend mit Andrzej Stasiuk

Montag, 4. Februar 2013, 19.30 Uhr
Black Box, Gasteig
Rosenheimer Straße 5, 81667 München

„Polska/Bawaria – Ein Literaturaustausch“
Ein Abend mit Andrzej Stasiuk
Moderation und deutsche Lesung: Dagmar Leupold
Dolmetscherin: Olga Mannheimer

Eintritt: 6 Euro/ermäßigt 5 Euro
Tickets über München Ticket:
www.muenchenticket.de, Tel: 089 54 81 81 81
oder an der Vorverkaufsstelle im Gasteig, Glashalle.


POLSKA/BAWARIA - 2. Abend mit Andrzej Stasiuk

Mittwoch, 6. Februar 2013, 20 Uhr
Literaturhaus Oberpfalz | Literaturarchiv
Rosenberger Str. 9, 92237 Sulzbach-Rosenberg

„Polska/Bawaria – Ein Literaturaustausch“
Ein Abend mit Andrzej Stasiuk
Moderation und deutsche Lesung: Franz Dobler
Dolmetscherin: Olga Mannheimer

Eintritt: 6 €, ermäßigt 4 €
Reservierungen unter 09661/815959-0
oder info@literaturarchiv.de


Andrzej Stasiuk

Andrzej Stasiuk wurde 1960 in Warschau geboren und lebt heute in den Beskiden im südlichen Polen. In seinem legendären Debüt, dem Erzählband "Mury Hebronu" (Die Mauer von Hebron) von 1992, schreibt er über die Gewalt, die er im Gefängnis erlebte. Stasiuk war 1980 zur Armee eingezogen worden und nach neun Monaten desertiert, was ihm eine Haftzeit in Militär- und Zivilgefängnissen einbrachte. 1986 zog er nach Czarne, ein Bergdorf in den Beskiden. Gemeinsam mit seiner Frau gründete er dort den heute renommierten Czarne Verlag, der seit 1992 polnische und internationale Literatur und auch Stasiuks Bücher veröffentlicht. Auf Deutsch erscheinen sie seit 2000 im Suhrkamp Verlag. Neben anderen internationalen Preisen wurde Stasiuk 2005 der erstmals verliehene Adalbert-Stifter-Preis des Münchner Adalbert-Stifter-Vereins zuerkannt.
Stasiuk ist ein ruheloser Reisender, ein Wanderer, der sein Land immer wieder Richtung Süden und Osten verlässt und das Verschwinden der einstigen Welt in den Ländern des Balkan und Osteuropas in anklagender, trauernder, ironischer und selbstironischer Prosa festhält, für die er bei uns bekannt wurde. Von nicht abreißender literarischer Produktivität, lässt er ein Buch auf das andere folgen. Zuletzt erschienen der Roman "Hinter der Blechwand" (deutsch 2011) und die Aufzeichnungen "Tagebuch, danach geschrieben" (deutsch 2012). Hier setzt Stasiuk seine scharfen Beobachtungen der dramatischen Veränderung und unaufhaltsamen Auflösung gewachsener Strukturen in den Ländern des Balkan und Osteuropas fort.

Gesprächspartner und Gastgeber Andrzej Stasiuks

Foto von Privat

Dagmar Leupold, Gastgeberin und Gesprächspartnerin
in München, Foto: privat

Dagmar Leupold, 1955 in Niederlahnstein geboren, studierte in Marburg, Tübingen und in New York, wo sie auch promovierte. Seit den 80er-Jahren sind mehrere Gedichtbände und neun Romane von ihr erschienen. In "Nach den Kriegen. Roman eines Lebens" (2004) greift Dagmar Leupold das Thema der Umwälzungen und Verluste nach Gewaltherrschaft und Krieg in der Auseinandersetzung mit dem aus Bielitz/Bielsko-Biała stammenden Vater auf. Zuletzt erschien ihr Roman "Die Helligkeit der Nacht. Ein Journal" (2009), die bewegende Imagination einer Annäherung in Briefen Heinrich von Kleists an Ulrike Meinhof. Dagmar Leupold erhielt unter vielen Auszeichnungen den Aspekte-Literaturpreis, den Montblanc-Preis, den Förderpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und den Georg K. Glaser-Preis. Sie lebt in München und leitet an der Universität Tübingen das "Studio für Literatur und Theater".


Foto: (c) Tilman Göhler

Franz Dobler, Gastgeber und Gesprächpartner
in Sulzbach-Rosenberg, Foto: © Tilman Göhler

Franz Dobler, geboren 1959 in Schongau, ist Schriftsteller, Dichter, Journalist, Übersetzer, DJ und Hörspielautor, der seine Themen mit Vorliebe aus Pop- und Subkultur bezieht. Seit 1988 veröffentlichte er u.a. die Bücher "Bierherz", "Auf des toten Mannes Kiste – Get Country & Rhythm!" und seine viel beachtete Johnny Cash-Biografie "The Beast In Me" (2002). Für den Roman "Tollwut" und für "Jesse James und andere Westerngedichte" erhielt er 1993 den Bayerischen Kunstförderpreis. Zuletzt erschienen u.a. sein Roman "Aufräumen" (2008), der Erzählband "Letzte Stories. 26 Geschichten für den Rest des Lebens" (2010) und "Rock`n`Roll Fever" (2010), dazu seine Übersetzung von Ry Cooders "Auf den Straßen von Los Angeles"(2012). Franz Dobler lebt in Augsburg.

Foto: privat

Olga Mannheimer, Dolmetscherin
der beiden Abende, Foto: privat

Olga Mannheimer, in Warschau geboren, emigrierte nach Frankreich und später nach Deutschland. Sie studierte Literaturwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität und absolvierte das Sprachen- und Dolmetscher-Institut in München, wo sie heute als freiberufliche Literaturkritikerin, Publizistin und Moderatorin lebt. Sie schreibt regelmäßig für das ZEITMagazin und veröffentlichte die Anthologien "Träume sind frei. Polnisches Lesebuch" (1992), "Frauen in Polen" (1994) und "Nur wenn ich lache. Neue jüdische Prosa" (2002).

Veranstalter:
Kulturallmende gUG
Münchner Stadtbibliothek
Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg | Literaturhaus Oberpfalz
Suhrkamp Verlag
Adalbert-Stifter-Verein e.V.

Das Projekt wird gefördert vom
Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst aus Mitteln der Bayerischen Staatskanzlei.



Literaturprojekt

Bayerisch-Kroatischer Literaturaustausch


Sechs Schriftsteller aus Bayern reisen zu einem Treffen mit sechs Schriftstellern aus Kroatien

Ihre Texte auf dem AutorInnenblog des Literaturportals Bayern

Das Zusammentreffen der Schriftsteller im Mai 2012 in Zagreb, Osijek und Vukovar - siehe weiter unten auf dieser Seite - setzt sich in Texten auf dem AutorInnenblog des Literaturportals Bayern fort. Von Petra Morsbach ist jetzt ihr Beitrag "Seitenblick, Augenschein. Eine Annäherung an Kroatien" zu lesen. In vier Folgen trägt sie außerdem ein Fotoblog bei. Thomas Lang und Heike Geißler hatten das Blog eröffnet. Die kroatischen Schriftsteller Ivana Bodrožić, Ivana Šojat Kuči, Zoran Ferić, Ludwig Bauer, Ivana Sajko und Edo Popović folgten mit Texten über die literarischen und wirklichen Begegnungen dieser gemeinsamen Reise.

Literatur aus Bayern zu Gast in Kroatien

lang feric lesung

Zoran Ferić und Thomas Lang, Lesung in Zagreb


sajko fritsch lesung

Ivana Sajko und Werner Fritsch, Lesung in Zagreb


sojat kuci_leupold

Ivana Šojat Kuči und Dagmar Leupold, Lesung in Osijek

Das Projekt wird gefördert vom
Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.


Empfehlung

4. September 2012: Neuerscheinung


Cover Bienek Buch

Umschlag des im Wallstein Verlag Göttingen erschienenen Bands über Horst Bienek
Herausgegeben von Reinhard Laube und Verena Nolte

»Ich habe mir meine Themen nicht ausgewählt, sie sind mir aufgezwungen worden«, schrieb Horst Bienek über den Zusammenhang zwischen seiner Biografie und seinem Schreiben. Naziherrschaft, Verlust der Heimat, Verhaftung und Archipel Gulag, Kalter Krieg und Aids – diese extremen Erfahrungen beeinflussten das künstlerische Schaffen Horst Bieneks. In Gleiwitz/Gliwice 1930 geboren und 1990 in München gestorben, hinterließ er ein facettenreiches Werk, das hier in Beiträgen von deutschen und polnischen Forschern neu gelesen und interpretiert wird. Sie zeigen einen Schriftsteller, der experimentell, besessen und voller poetischer Kraft Unvergängliches schuf, das heutige Leser direkt anspricht.

Mehr zu Buch und Inhalt im Wallstein Verlag Göttingen.

Projekt in Planung

Horst Bienek Ausstellung in Berlin, München und Polen

Die von Verena Nolte in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover kuratierte Horst Bienek Literaturausstellung, siehe Horst-Bienek-Achiv, die dort bis 21. Januar 2012 zu sehen war, soll nachfolgend in Berlin und Polen gezeigt werden, möglicherweise auch in München, also an Orten, die für das Leben dieses Schriftstellers wesentlich waren.


Literaturprojekt

Bayerisch-Kroatischer Literaturaustausch

Bayerische Schriftsteller in Kroatien
Eine Reise nach Zagreb und Osijek vom 16. bis 19. Mai 2012


Lesen Sie Texte über die Reise von beteiligten Autoren im Blog des Literaturportals Bayern.

Initiiert und gefördert vom Bayerischen Staatsministerim für Wissenschaft, Forschung und Kunst und vom Ministerium für Kultur der Republik Kroatien.

Eine Einladung des Kroatischen Schriftstellerverbandes h,d,p,. Programmverantwortliche: Ana Brnardić, Generalsekretärin des h,d,p, des kroatischen Schriftstellerverbands, und Verena Nolte, Kulturallmende München.

Programm


Sechs Schriftsteller aus Bayern treffen sechs Schriftsteller aus Kroatien

Werner Fritsch – Ivana Sajko
Heike Geißler – Ivana Bodrožić
Thomas Lang – Zoran Ferić
Dagmar Leupold – Ivana Šojat Kuči
Petra Morsbach – Ludwig Bauer
Georg M. Oswald – Edo Popović

Im April/Mai 2008 waren kroatische Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu Besuch im Literaturhaus München und im Lyrik Kabinett München. An drei Lesabenden wurden sie von ihren bayerischen Kollegen vorgestellt. In Zagreb und Osijek nun werden Schriftsteller aus Bayern lesen und im Gespräch mit ihren kroatischen Kollegen für das Publikum eingeführt. Zur Reise gehören auch Besuche eines germanistischen Seminars der Universität Osijek, Treffen mit Literaturverlagen und mit dem kroatischen Schriftstellerverband.

Leseabende


Zagreb:

Ort: Kroatisches Staatsarchiv (National- und Universitätsbibliothek)
Zeit: 16. Mai 2012, 19-21 Uhr
Teilnehmer: Werner Fritsch und Ivana Sajko, Heike Geissler und Ivana Simić Bodrožić, Thomas Lang und Zoran Ferić.
Begrüßung durch die Ministerin für Kultur der Republik Kroatien,
Frau Prof. Dr. Andrea Zlatar Violić.
Dolmetscherin: Vesna Ivančević Ježek.
Moderation: Ana Brnardić und Verena Nolte.

Osijek:

Ort: Buchhandlung Nova
Zeit: 17. Mai 2012, 19.00-20.30 Uhr
Teilnehmer: Dagmar Leupold und Ivana Šojat Kuči, Petra Morsbach und Ludwig Bauer, Georg M. Oswald und Edo Popović
Begrüßung durch einen Vertreter des Ministeriums für Kultur der Republik Kroatien.
Dolmetscherin: Vesna Ivančević Ježek.
Moderation: Ana Brnardić und Verena Nolte.

Programm des Leseabends in Zagreb
Programm des Leseabends in Osijek

Einladungen zu den Leseabenden und zum bayerisch-kroatischen Dialog in Zagreb und Osijek

Wir danken den Verlagen der bayerischen Schriftsteller, C.H. Beck Verlag München, Verlag DVA München, Knaus Verlag München, Piper Verlag München, Suhrkamp Verlag Berlin und Rowohlt Verlag Reinbek für ihre freundliche Kooperation.

Blick auf die Reise

Pressekonferenz im Staatsarchiv Kroatiens in Zagreb mit der kroatischen Kulturministerin Prof. Dr. Andrea Zlatar Violić und der literarischen Delegation aus Bayern am 16. Mai 2012

Der Besuch der bayerischen Schriftsteller in der National- und Universitätsbibliothek Kroatiens in Zagreb am 17. Mai 2012

Über die Reise wird im Literaturportal Bayern berichtet.

Empfehlung

BaustofF12 - Group Show

Finissage
Termin: Donnerstag, 26. Juli 2012, 17-20 Uhr, A 81
Amalienstraße 81, 80779 München
Ein Projekt von kp-projects.

Aus dem Konzept von kp-projects: "Durch wiederholte gemeinsame Ausstellungen entwickeln sich die Inhalte immer wieder neu, sozusagen: Kunst im Progress. kp-projects organisiert sich im Rahmen zahlreicher Ausstellungen temporaer an verschiedenen Orten. Wir halten es fuer angemessen keinen festen Ausstellungsraum zu besitzen, sondern ‚ohne Bleibe‘ zu sein. Es gehoert auch zu unserer Kunst, den jeweils vorgefundenen Raum als Objekt in Kunstobjekten zu verstehen oder einfach Kunst werden zu lassen. Den Werken in BaustofF12 A81 liegen baustoffartige leichte wie schwere Materialien zu Grunde: Weggeworfenes, aufgesammeltes wird in den Zeitgeist gestellt, banalen Dingen wird in neuer Form ein anderer Sinn verliehen."

Titelarbeit BaustofF12

BaustofF12 in der A 81

Gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München


Ausstellung

Menschen – dekonstruiert und geflickt
Misheck Masamvu
Zimbabwe


Eine Kooperation von Kulturallmende und der Münchner Galerie Françoise Heitsch

Ausstellungsdauer: 20. April - 26. Mai 2012

Aktuell: Finissage
in Anwesenheit des Künstlers
am Freitag, 29. Juni 2012, 14 - 20 Uhr


Amalienstraße 81, im Hof
80799 München

Tel. +49(0)179 12 77 311


Misheck Masamvu vor Manhood

Misheck Masamvu vor "Manhood", Foto: Ivan Baschang

Die Ausstellung von Misheck Masamvu ist bis zum 29. Juni in der Amalienstraße 81 auf Vereinbarung weiter zu besichtigen.


Rückblick auf die Ausstellung

NightArt
2. Galeriennacht München
Samstag, 12. Mai, 2012, 11 – 23 Uhr


Veranstaltung im Rahmen von NightArt

19 Uhr, Galerie Françoise Heitsch
Vorstellung eines Videofilms über Misheck Masamvu in München 2012 Danach spricht Verena Nolte über den Künstler und sein Land


Misheck Masamvu, Broken Ladders, Öl auf Leinwand, 2012

Misheck Masamvu, Broken Ladders, 2012, Öl auf Leinwand, 165 x 290 cm, zu sehen in der Amalienstraße 81, Kulturallmende, Foto: Kulturallmende

Zwei Ausstellungsorte in Münchens Amalienstraße:

Galerie Françoise Heitsch
Amalienstraße 19
80333 München
Tel. +49(0)89 48 12 01

Kulturallmende München
Amalienstraße 81, im Hof
80799 München
Tel. +49(0)179 12 77 311

Öffnungszeiten:

Dienstag - Freitag, 14 - 19 Uhr
Samstag, 12 - 16 Uhr

Bilder von der Ausstellungseröffnung am 19. April 2012 in der Amalienstraße 81, Fotos: Wanja Nolte

Misheck Masamvu, Opening Munich 2012

Besucherinnen vor "Swings", 2011, Öl auf Leinwand, 180 x 580 cm, zu sehen in der Amalienstraße 81, Kulturallmende

Misheck Masamvu, Opening Munich 2012

Eröffnungsvortrag von Prof. Jerry Zeniuk in Anwesenheit des Künstlers

Misheck Masamvu, Opening Munich 2012

Eröffnungspublikum

Misheck Masamvu, *1980, studierte bei der zimbabwischen Künstlerin Helen Lieros in der Gallery Delta Harare und von 2005 – 07 bei Prof. Jerry Zeniuk an der Akademie der Bildenden Künste München. In der Ausstellung colour africa 2000 in der Münchner Rathausgalerie, die aus der seit 1996 bestehenden Städtepartnerschaft zwischen München und Harare entstand, waren erstmals Werke des gerade erst 20jährigen zu sehen. Damals malte Masamvu Miniaturen, um sie vor seiner Familie verbergen zu können, die gegen eine Künstlerlaufbahn war und ihm Bilder und Malzeug zerstört hatte. Inzwischen hat sich Misheck Masamvu zu einem eigenwilligen und international auftretenden Künstler entwickelt, der im Zimbabwe Pavillon auf der Biennale von Venedig 2011 die Malerei seines Landes repräsentierte. Er gehörte auch zu den Künstlern der Ausstellung colour africa 2011 in München.
Masamvus jüngste Bilder, die er fast alle für diese Ausstellung gemalt hat, zeigen die Verwüstung, die Gewaltpolitik und Zerstörung sozialer Strukturen im Menschen anrichtet. Zugleich sind die Menschen in Masamvus meist großformatiger Malerei wieder zusammengefügt und in der Kunst aufgehoben.

Misheck Masamvu, The Case of Missing Fish, 2012, Öl auf Leinwand, 150 x 200 cm

Misheck Masamvu, The Case of Missing Fish, 2012, Öl auf Leinwand, 150 x 200 cm, zu sehen in der Amalienstraße 19 in der Galerie Françoise Heitsch, Foto: Heike Geismar

Misheck Masamvu, Madam Fish, 2012, Öl auf Leinwand, 90,5 x 67 cm

Misheck Masamvu, Madam Fish, 2012, Öl auf Leinwand, 90,5 x 67 cm, zu sehen in der Amalienstraße 19 in der Galerie Françoise Heitsch, Foto: Heike Geismar

Ausstellung innerhalb des Schwerpunkts „Tradition und andere Erfindungen: Zeitgenössische Kunst in Zimbabwe“ des Kulturreferats der Landeshauptstadt München:
Das ganze Programm


Förderer:
Kulturreferat der Landeshauptstadt München
Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung
boesner


Empfehlung

Barbara Held. Objekte und Zeichnungen

Ausstellungseröffnung
Termin: Dienstag, 17. Januar 2012, 18-21 Uhr, Galerie Anaïs
Sedanstraße 22, 81667 München

Einführung in die Ausstellung: Verena Nolte, Kulturallmende
Ausstellungsdauer: 18. Januar bis 29. Februar 2012
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 - 18 Uhr
Samstag: 10 -13 Uhr

Die Ausstellung der Münchner Installations- und Objektkünstlerin Barbara Held in der Galerie Anaïs zeigt neue Arbeiten: Frottagen auf Reispapier, Objekte aus Wachs und PET-Flaschen und »Tier/Auf/Zeichnungen«, die aus den Spuren hervorgegangen sind, die in Tinte getauchte Insektenfüße auf Papier hinterließen. In diesen Arbeiten setzt die Künstlerin ihre Reflexionen über Zeit und Alltag und ihre Beobachtungen an der Umgebung fort.

Barbara Held, Schönheiten II, Detail, 2011

Barbara Held, Schönheiten II, Detail, 2011, Reispapier und Frottage, Foto: Galerie Anaïs

Identität als Vater Morgana
Entstehung der Kunstszenen in Zimbabwe

Vortrag von Dr. des. Daniela Roth
Lecture by Dr. des. Daniela Roth (in German language)
Zeit: Mittwoch, 8. Februar 2012, 18.30 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München, Auditorium Neubau, Akademiestraße 4
Eintritt frei

Visual Art Studios in Harare, Zimbabwe, 2. Januar 2011

Die Visual Art Studios der National Gallery of Zimbabwe in Harare, früher BAT Workshop,
eine der Kunstschulen Zimbabwes. Foto: Kulturallmende, 2. Jan. 2011

Der Vortrag der Kunsthistorikerin Daniela Roth skizziert die Kunstszenen Zimbabwes beziehungsweise des früheren Rhodesiens von 1957 bis heute und geht der Kunstausbildung in dem afrikanischen Land nach. 2011 besuchte Daniela Roth die National Gallery, weitere Kunsteinrichtungen und Künstlerateliers in Harare und konnte seither ihre Forschung vertiefen. Die Kunstschulen in der Kolonialzeit, die Missionsschulen und die staatliche Ausbildung werden beleuchtet wie auch die Rolle von Workshops und privaten Initiativen. In der Malerei und Bildhauerei Zimbabwes konstatiert Daniela Roth meist paternalistische Systeme als Entstehungsgrundlage - deshalb ihr Vortragstitel der künstlerischen Identität als ‚Vater Morgana’. An Beispielen wird sie die internationale Rezeption visueller Kunst aus Zimbabwe darstellen, die nicht unbedingt immer im Kunst-Kontext stand. Wohin die Entwicklung gehen kann, zeigt sich an einzelnen Künstlern, denen es in der heutigen "post-post-kolonialen" Zeit gelingt, ihren Platz im globalen Kunstbetrieb zu behaupten.

Veranstalter: Kulturallmende gUG, Akademie der Bildenden Künste München Gefördert durch: Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Szene Afrika

Aktuelle Malerei und Objekte aus Zimbabwe Ausstellung in der Bettendorffschen Galerie Im Schlossgarten Gauangelloch / bei Heidelberg
9. Oktober – 18. Dezember 2011
Termin: 4. Dezember 2011, 15 Uhr: Lesung mit Chirikure Chirikure

Bettendorfsche Gallerie

Chirikure Chirikure with Detembira group Gallery Delta Harare, Literary Evening, 2006

Chirikure Chirikure mit der DeteMbira Group in der Gallery Delta Harare, 2006. Foto: Kulturallmende

LINKS
Bettendorffsche Galerie, Gauangelloch
Video Vernissage

colour africa 2011. Zeitgenössische Kunst aus Zimbabwe

Veranstalter: Kulturallmende und Gallery Delta Foundation for Art and the Humanities, Harare gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München und privaten Sponsoren vom 6. Juli bis 6. August 2011 in der Amalienstraße 81 (Hof)

Die Ausstellung warf einen Blick auf die Entwicklung der Kunst in Zimbabwe, die 2011 zum ersten Mal mit einem Pavillon auf der Biennale in Venedig vertreten war. In München zeigten sechsundzwanzig Künstlerinnen und Künstler in den Räumen der Amalienstraße 81 über einhundert Arbeiten, entsprechend dem Programm der Gallery Delta Foundation, vor allem Malerei, Druckgrafik, Mixed Media Kunst und dreidimensionale Werke. Eine Kunst, die in den Jahren nach colour africa 2000 in der Münchner Rathausgalerie, Wege gefunden hat, um die Katastrophen, die durch eine autokratische politische Willkürherrschaft ausgelöst wurden und vor allem das Volk treffen, künstlerisch zu bearbeiten. Elend und Niedergang werden in diesen jüngsten Arbeiten thematisiert, an Schrecknisse und Verbrechen gegen die Menschlichkeit wird erinnert, doch Ironie, künstlerische Rebellion und vor allem Farbe und Form triumphieren.
Die Gallery Delta hat die anhaltenden Maßnahmen zur Zerstörung der kulturellen Basis des Landes bisher überlebt. Derek Huggins und Helen Lieros, die die Galerie betreiben und die Stiftung ins Leben riefen, ist es bis heute gelungen, simbabwische Künstler zu motivieren, ihre Zukunft in der Kunst zu sehen. Sie haben ein Ausbluten der Kunst durch den Tod oder den Weggang ins Ausland einiger wichtiger Künstler aufgehalten, in dem sie weiter arbeiteten, junge Künstler aufbauten und andere in der Professionalität förderten.
colour africa 2011 zeigte zum einen die Maler, die schon 2000 in der Rathausgalerie dabei waren, wie James Jali, geb. 1971, Shepherd Mahufe, geb. 1967, Patrick Makumbe, geb. 1978, Lovemore Kambudzi, geb. 1978, Richard Witikani, geb. 1967, und Misheck Masamvu, geb. 1980, der damals Jüngste und nun auch für den Pavillon in Venedig ausgewählt. An ihnen konnte die Entwicklung und ein Wiedererkennen erfahren werden. Die Maler Rashid Jogee, geb. 1951, Thakor Patel, geb. 1932, der Bildhauer Arthur Azevedo, geb. 1935, und Helen Lieros, geb. 1940, die zuletzt mit ihrer Kirchenmalerei in Maputo Aufsehen erregte, zeigen mit ihren Arbeiten in colour africa 2011 die künstlerische Umgebung, in der die Jüngeren und Jüngsten ihre Vorbilder fanden. Zu diesen gehörten auch Arbeiten der früh verstorbenen Maler Ishmael Wilfred (1969 – 1998) und Luis Meque (1966 – 1998), die bis heute die nachwachsenden Künstler beeinflussen.
Doch ist es am erstaunlichsten, dass in den politisch und wirtschaftlich schlimmsten Jahren des Landes, zahlreiche junge Künstler aufgetaucht sind, die colour africa 2011 nun erstmals in München und in Europa zeigen konnte. Zu ihnen gehören die zwei Künstlerinnen Virginia Chihota, geb. 1983, und Portia Zvavahera, geb. 1985, die beide mit ausdrucksstarker, farbintensiver Druckgrafik auftreten, der Zeichner und Mixed Media Künstler Wallen Mapondera, geb. 1985, und die bereits sehr eigenständigen Maler Richard Mudariki, geb. 1985 und die vier 1981 geborenen Maler Admire Kamudzengerere, Munyaradzi Kapfumvuti, Munyaradzi Mugorosa und Tafadzwa Gwetai.
Der mit den Möglichkeiten der Perspektive spielende Mixed Media Künstler Munyaradzi Mazarire, geb. 1969, schafft mit seinen Werken dreidimensionale Illusionen, die mitten in den Lebensalltag hineinführen. Gareth Nyandoro, geb. 1982, arbeitet mit dem alten afrikanischen Motiv der Maske. Mazimba Hwati, geb. 1982, benutzt die unterschiedlichsten Materialien, um seine bissig-ironischen, dreidimensionalen Arbeiten zu erschaffen. Der 1972 geborene Greg Shaw ist als abstrakter Maler bekannt geworden. Mit seinen jüngsten in München gezeigten Mixed Media-, manchmal dreidimensionalen, Arbeiten hat er den künstlerischen Ausdruck für das Unbehagen und die Verzweiflung angesichts des ihn umgebenden Niedergangs gefunden.
Der Maler Cosmas Shiridzinomwa, geb. 1974, war der einzige Künstler, der zur Ausstellungseröffnung in München anreisen konnte. Er wurde vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München und von der Pasinger Fabrik ins Ebenböckhaus zu einem vierwöchigen Aufenthalt eingeladen. Shiridzinomwa hat in seiner, Anfang 2011 in der National Gallery Harare gezeigten, Solo Ausstellung The Chronicles seinen Blick auf Zimbabwe und auf das Schicksal seiner Menschen dargestellt. Seine meist großformatigen Bilder thematisieren die jüngste Zeitgeschichte. Er öffnet die Schränke (closet series), in denen das Verdrängte oder Tabuisierte verborgen ist, und malt, was er sieht. Obwohl wir zu Recht annehmen, dass der Anblick, der ihn/uns erwartet, bedrückend ist, sind seine Bilder durch die Farbe, die künstlerische Formgebung und Symbolkraft befreiend. Sie ermöglichen ein Hinsehen, das Ansehen des Verdrängten. Während seines Aufenthalts im Gastatelier in der Münchner Domagkstraße malte Shiridzinomwa zahllose Bilder zum selbstgestellten Thema Scars/Narben, Portraits von Menschen, Landschaften und Behausungen, die Zerstörungen ausgesetzt waren. Auch in diesen Werken stiften Ausdruck und Farbe Versöhnung mit dem eigentlich Unversöhnlichen.

Bilder zur Ausstellung

PRESSE
Artikel Süddeutsche Zeitung, 6. Juli, von Michael Bitala

LINKS
Gallery Delta Foundation for Art and the Humanities, Harare
Landeshauptstadt München
Deutsche Welle, Flash Gallery
Deutsche Welle frankophon
Feature auf BBC World Radio
Deutschlandradio Kultur

Munich Contempo
Internationale Messe für Gegenwartskunst in München
20. – 23 Oktober 2011

Kulturallmende vertrat die Gallery Delta Foundation mit einem Stand auf der Internationalen Messe für Gegenwartskunst Munich Contempo 2011

Publikationen aktuell

colour africa 2011. Zeitgenössische Kunst aus Zimbabwe Begleitheft zur Ausstellung mit vielen Abbildungen und Texten von Derek Huggins, Jerry Zeniuk und Verena Nolte, München 2011

Verena Nolte. „Ich habe die Zeit gesehen“. Literaturausstellung Horst Bienek 1930 – 1990, hrsg. von der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover, Hameln 2011, ISBN 978-3-8271-8899-1, 10,90 Euro

Verena Nolte. Winterinland. Laudatio auf Dorothea Grünzweig, in: Sinn und Form, 63. Jahr / 2011 / Fünftes Heft, September / Oktober, 9 Euro, Akademie der Künste Berlin

Projekte bis 2011

2011
Horst Bienek - Ein Schriftsteller in den Extremen des 20. Jahrhunderts, Hannover 2011-2012, gemeinsam mit Dr. Reinhard Laube und der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover: Horst-Bienek-Archiv
siehe auch Projekte in Planung und Publikationen aktuell

Projekte mit literaturhaus.net e.V. (Auswahl):

2010
Kaksinkertainen: zweijähriger Finnland-Schwerpunkt in den Literaturhäusern
Literaturhäuser – Perspektiven für das literarische Leben in den Städten: Literaturvermittlung in den fünf neuen Bundesländern

2009
Literaturhaus bringt Poesie in die Stadt: Plakataktion und Hörbuch mit chinesischer Lyrik

2008
Yakin Bakis Austauschprogramm türkischer und deutschsprachiger Stadtschreiber

2007
Literaturhaus bringt Poesie in die Stadt: Plakataktion mit junger Lyrik
Der andere nebenan: Anthologie Südosteuropa, Präsentation in den Literaturhäusern

2006
Akshar Austauschprogramm indischer und deutschsprachiger Stadtschreiber

Weitere Projekte (Auswahl):

2007
LitCrit – Literaturkritik im europäischen Vergleich: Konzept und Durchführung einer internationalen Tagung im Literaturhaus München.
Sabine Meier. Inquiétante Étrangeté – Autoportraits: Fotografie. Ausstellung mit der französischen Künstlerin in Zusammenarbeit mit Galerie Jordanow, München

2006
Hannah Arendt zum 100. Geburtstag: Veranstaltungsprogramm – internationale Debatten und Lesung – im Literaturhaus München
The Beginning of a Beautiful Friendship. Zimbabwean Artists and Writers at Villa Waldberta, Munich 1997- 2003, eine Fotoausstellung
der bayerischen Künstlerin Barbara Niggl Radloff in der Gallery Delta Harare, Zimbabwe.

2005
100 Jahre Jean-Paul Sartre: Veranstaltungsprogramm – Ausstellung, Internationale Konferenz, Philosophische Debatten und Film – im Literaturhaus München
Overtures am Wasser: Co-Kuratorin eines Kunstparcours mit Artcircolo in München (mit Katalog)
Horst Bienek: Ausstellung in der Akademie der Schönen Künste und in Gliwice/Polen.

1999
Symposium Denken, Philosophieren, Schreiben im Schatten des Krieges mit Schriftstellern und Intellektuellen aus Ex-Jugoslawien
Zusammenarbeit mit Jenny Holzer für ihr Goerdeler-Denkmal in Leipzig

1995-1997
Projektleiterin von Jenny Holzers Oskar Maria Graf-Denkmal im entstehenden Literaturhaus München

Impressum / Spenden